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Die Erde war von ihrer Geburt an ein blauer Planet

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Baku, 31. Oktober, AZERTAG

Die Erde war von ihrer Geburt an ein blauer Planet. Das schließen US-Forscher der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) aus der Analyse bestimmter Meteoriten. Das Wasser der Weltmeere sei nicht erst nachträglich aus dem All auf unseren Planeten geregnet, wie manche Theorien postulierten, argumentiert das Team im Fachblatt „Science“.

Die genaue Herkunft des irdischen Wassers ist nach wie vor ungeklärt. Eine gängige Vorstellung geht davon aus, dass die Planeten sich zunächst trocken aus dem Urnebel zusammengeballt haben, und Kometen- und Asteroideneinschläge später das Gros des Wassers auf die Erde gebracht haben.

Um den Ursprung des Wassers einzukreisen, haben die Wissenschaftler die Anteile von normalem Wasserstoff und schwerem Wasserstoff (Deuterium) in sehr alten Meteoriten vom Asteroiden Vesta gemessen. Vesta kreist im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter um die Sonne und ist damit in derselben inneren Region unseres Systems entstanden wie die Erde.

Die analysierten Bruchstücke von Vesta haben sich nur 14 Millionen Jahre nach der Geburt des Sonnensystems geformt und bieten daher einen Einblick in die früheste Jugend unseres Systems, das heute rund 4,6 Milliarden Jahre alt ist.

Die Analyse zeigt, dass die uralten Vesta-Meteoriten bereits dasselbe Verhältnis der beiden Wasserstoffvarianten besitzen wie die heutige Erde und wie die urtümlichsten bekannten Meteoriten unseres System, sogenannte kohlige Chondriten. Die kohligen Chondriten sind noch vor den Planeten entstanden, und in ihnen ist die ursprüngliche Zusammensetzung des Sonnensystems eingefroren.

„Sie haben eine ganze Menge Wasser in sich und wurden zuvor bereits als Kandidaten für den Ursprung des irdischen Wassers gehandelt“, erläutert Horst Marschall, einer der Autoren der Studie, in einer WHOI-Mitteilung. Die Analyse legt damit nahe, dass es im inneren Sonnensystem schon von Anfang an viel Wasser gab und nicht nur in den eisigen Außenbezirken, wie oft vermutet.

„Die Untersuchung zeigt, dass sich das Wasser der Erde sehr wahrscheinlich zur selben Zeit angesammelt hat wie das Gestein“, betont Marschall. „Unsere Ozeane waren schon immer da“, ergänzt Hauptautor Adam Sarafian. „Wir haben sie nicht durch einen späten Prozess bekommen, wie bislang angenommen.“

Zwar schließt die Studie nicht aus, dass zusätzliches Wasser auch nachträglich mit Kometen und Asteroiden auf die Erde gelangt ist. Dieser Prozess sei jedoch nicht nötig gewesen, denn die richtige Menge und Zusammensetzung des Wassers sei schon sehr früh vorhanden gewesen, argumentieren die Forscher.

„Eine Implikation davon ist, dass das Leben auf unserem Planeten sehr früh begonnen haben könnte“, meint Ko-Autor Sune Nielsen. Und das könnte grundsätzlich für das komplette innere Sonnensystem gelten, unterstreicht der Forscher. „Zu wissen, dass das Wasser früh ins innere Sonnensystem kam, bedeutet auch, dass die anderen inneren Planeten zunächst nass gewesen sein und Leben beherbergt haben könnten, bevor sie die harschen Umweltbedingungen von heute entwickelt haben.“

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