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Die Protestnote

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Baku, den 11. März (AZERTAG). Brasiliens Bürger leiden vor WM und Olympia unter einem heftigen Preisschub. Nun starten Verbraucher einen kreativen Protest. Sie zahlen nicht mehr mit dem Real, sondern mit einer Parallelwährung zum Selbstausdrucken: dem „Surreal“.

Noch ist die Fußball-WM nicht angepfiffen, und die Olympischen Spiele 2016 scheinen weit weg. Doch dass Rio de Janeiro bei Sportsfreunden und Touristen mehr denn je in den Fokus gerät, haben seine Bewohner längst gemerkt - an den Preisen nämlich, die den Stadtbewohnern gehörig über den Kopf wachsen.

Die „Cariocas“, Rios Einwohner, haben eine kreative Form des Protests gegen einen um sich greifenden Wucher gefunden. Auf der Facebook-Seite „Rio Surreal“ laden sie Fotos von überteuerten Mahlzeiten und unverschämten Rechnungen hoch.

Doch nicht nur digital wird angeprangert. Die Bewegung bietet auch den „Surreal“ als parallele Schmähwährung zum Brasilianischen Real an - inklusive Banknoten zum Ausdrucken. Statt dem lorbeerbekränzten Bildnis der Republik, das normalerweise Geldscheine und Münzen schmückt, blickt dem Betrachter der spanische Surrealismuskünstler Salvador Dalí entgegen.

In mehreren brasilianischen Städten sind die „Surreal“-Banknoten schon im Umlauf und werden Händlern überteuerter Waren als Zeichen der Missbilligung überreicht - wie zum Beispiel in einer Bar in Leblon, einem Nobelstadtteil Rios, die einen Hamburger für sage und schreibe 99 Reais - rund 30 Euro - angeboten hatte.

„Es gibt keine objektive Rechtfertigung für diese Preise“ - Mehr als 200.000 Unterstützer hat „Rio Surreal“ bereits. Die Gründerinnen Daniela Name und Andrea Cals glauben, dass der Zuspruch die Frustration der Brasilianer widerspiegelt: „Sie haben es satt. Der Anstieg der Preise hat alle Grenzen gesprengt, das ist übel“, sagt Cals.

Laut dem Wirtschaftsexperten José Julio Sena von der Getulio-Vargas-Stiftung (FGV) lassen sich die Preise teils mit der niedrigen Arbeitslosigkeit im Land begründen, die nach offizieller Statistik in den vergangenen drei Jahren bei rund sechs Prozent lag. Dies führe zu steigenden Einkommen und einer wachsenden Nachfrage.

Aber das allein verursache nicht die Überteuerung, sagt der Ökonom: „Es gibt keine objektive Rechtfertigung für diese als völlig absurd empfundenen Preise. Unbestreitbar gibt es Menschen, die Profit aus einer Situation schlagen wollen.“

 

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