WISSENSCHAFT & TECHNOLOGIE


Die helle Seite des Mars

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Baku, den 18. November (AZERTAG). Der Marsboden besteht fast nur aus dunklen Basalt, so schien es. Doch seine Oberfläche ist mancherorts heller, wie eine Auswertung von Satellitenfotos ergeben hat. Ursache ist eine besondere Gesteinsform.

Der Marsboden ist heller als bislang angenommen. Das zeigen zwei unabhängige Analysen von Aufnahmen der Raumsonde „Mars Reconnaissance Orbiter“. Der Boden des Roten Planeten enthält demnach vielerorts feldspatreiche Minerale, wie sie zuvor nur auf der Erde und auf dem Mond beobachtet worden sind. Darüber berichten Wissenschaftler im britischen Fachblatt „Nature Geoscience“. Bisher waren Forscher davon ausgegangen, dass der Marsboden fast ausschließlich aus dichtem, dunklen Basalt besteht.

Die Gruppen um James Wray vom Georgia Institute of Technology (USA) und um John Carter von der Europäischen Südsternwarte Eso in Chile hatten mit einem Infrarot-Spektrometer an Bord der Raumsonde mehrere Marsregionen ausfindig gemacht, die feldspatreiches, leichteres Gestein besitzen. Die Entdeckung zeige, dass es sich bei dem kürzlich vom Marsrover „Curiosity“ aufgespürten hellen Gestein vermutlich nicht um ein isoliertes Vorkommen handelt. Das wiederum lege nahe, dass es auf dem jungen Mars eine viel umfangreichere Magma-Aktivität gab als bislang angenommen.

Feldspat ist normalerweise das Produkt komplexer Magma-Prozesse. Auf dem Mars, von dem anders als von der Erde keine Plattentektonik bekannt ist, gibt es kaum Hinweise auf eine wesentliche Magma-Evolution, im Zuge derer etwa durch wiederholtes Aufschmelzen und Kristallisieren leichteres, feldspat- und kieselerdereiches Gestein entsteht. Derartiges sogenanntes felsisches Gestein bildet den wesentlichen Teil der Erdkruste. Die Entdeckung von felsischem Gestein durch den Marsrover hatte die Forscher daher überrascht.

Der Fund großer Regionen mit feldspatreichem Gestein könne nun möglicherweise helfen, die Herkunft der „Curiosity“-Funde zu klären, schreibt Briony Horgan von der Arizona State University (USA) in einem „Nature“-Begleitkommentar.

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