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Diebstahl ist ein großes Problem für Amazon

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Baku, 10. März, AZERTAC

Packer bei Amazon müssen sich offenbar auf großen Bildschirmen Aufnahmen klauender Kollegen ansehen. Laut einem Medienbericht sollen die Mitschnitte abschrecken und einschüchtern.

Für elf frühere und aktuelle Packer sowie Überwacher war das Misstrauen des Amazon-Konzerns offenbar zu viel. Wie das Nachrichtenportal "Bloomberg Business" berichtet, enthüllten sie, dass der Online-Händler klauende Kollegen mit Videos an den Pranger stellt.

Auf großen Flachbildschirmen werden den Packern demnach Mitschnitte von Diebstählen gezeigt - inklusive genauer Beschreibung zum Diebesgut und den Geschichten der dann gefeuerten Kollegen.

So ließ ein Mitarbeiter offenbar Ware in seinen Socken verschwinden. Ein anderer soll Produkte einfach an die Adresse eines Komplizen anstatt an die des Bestellers geschickt haben.

Einige der anonymisierten Mitarbeiter seien auf den Bildschirmen mit "verhaftet" gekennzeichnet.

Diebstahl ist dem Bericht zufolge ein großes Problem für Amazon. Schließlich hätten es schlechtbezahlte Mitarbeiter in den Hallen oft mit kleinen, aber wertvollen Gegenständen zu tun. Das hätten auch die Mitarbeiter bestätigt, die für die Geschichte auspackten.

Ob die befremdliche Art der Abschreckung hilft? Verglichen mit den niedrigen Gehältern und der Arbeitsbelastung seien die Videoaufnahmen der gefeuerten Kollegen ein eher kleines Problem, zitiert "Bloomberg" einen Packer aus dem US-Bundesstaat Kalifornien: "Es erinnert die Menschen schlicht daran, dass sie überwacht werden."

Gleichzeitig sei es - wie bei einem Autounfall - aber auch schwer, sich den Bildern zu entziehen. Es gehe bei jeder Aufführung darum zu sehen: "Wer war dieses Mal der Dumme?"

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