WISSENSCHAFT & TECHNOLOGIE


Dieser Marsrover ist einfach nicht totzukriegen

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Baku, den 25. Januar (AZERTAG). Eigentlich ist „Curiosity“ der derzeitige Star der Marsrover-Flotte. Aber pünktlich zum 10. Jahrestag seiner Landung meldet auch der Vorgänger „Opportunity“ Erkenntnisse: Es gab Wasser auf dem Mars.

Eigentlich sollte der Roboter nur drei Monate lang über den Roten Planeten fahren, aber er rollt und rollt: Pünktlich zum zehnten Jahrestag seiner Landung am Samstag ist dem Forschungsroboter „Opportunity“ eine wichtige Entdeckung auf dem Mars gelungen. Im „Endeavour“-Krater, wo der Rover der US-Raumfahrtbehörde Nasa sich seit Monaten aufhält, hat es einst Wasser gegeben.

Damit verdrängt der Roboter zu seinem zehnten Mars-Geburtstag sogar kurzfristig Nachfolger „Curiosity“, den eigentlichen Star der Flotte, aus dem Rampenlicht.

Daten der Mars-Sonde „Mars Reconaissance Orbiter“ hatten schon darauf hingedeutet, dass es am Rande des „Endeavour“-Kraters, der einen Durchmesser von rund 22 Kilometern hat, eisen- und aluminiumhaltigen Tongrund geben könnte. Also schickten die Nasa-Wissenschaftler „Opportunity“ dorthin und ließen ihn – so genau es ihm mit seinen betagten Messinstrumenten möglich ist – die Steine am Rand des Kraters untersuchen.

Die Ergebnisse haben Wissenschaftler rund um den Planeten-Forscher Raymond Arvidson von der Washington Universität in St. Louis jetzt im Fachmagazin „Science“ veröffentlicht: Vor und nach der Entstehung des Kraters vor rund 3,7 Milliarden Jahren ist demnach Wasser über diese Steine geflossen.

Für einen so weit zurückliegenden Zeitpunkt hatte „Opportunity“ bislang noch keinen Nachweis über das Vorhandensein von Wasser liefern können. Das Wasser nach der Entstehung des Kraters war wohl sehr salz- und säurehaltig. Das Wasser vor der Entstehung des Kraters aber war wohl eher neutral in seiner Zusammensetzung und nur leicht säurehaltig – und damit günstig für mikrobielles Leben.

Suche nach Leben geht weiter - Die Nasa-Wissenschaftler zeigen sich begeistert. Erklärtes Ziel der Missionen der beiden Mars-Rover – „Opportunitys baugleiche Schwester „Spirit“ machte vor rund vier Jahren schlapp – ist schließlich die Suche nach Spuren von mikrobiellem Leben. Die neusten Erkenntnisse von „Opportunity“ passten genau in all die Daten, die „Curiosity“ Tag für Tag liefere, hinein, schreibt Nasa-Manager John Grotzinger in „Science“.

Auch „Curiosity“ hat bereits eine Gegend auf dem Mars entdeckt, wo einst Wasser floss und es günstige Bedingungen für mikrobielles Leben gegeben haben könnte. „Die Ergebnisse zeigen, dass der Mars bewohnbar war, aber das heißt nicht, dass der Mars auch bewohnt war.“

Der von Alterszipperlein und Verschleißerscheinungen geplagte „Opportunity“ soll auch nach seinem zehnten Mars-Geburtstag vorerst weiter den „Endeavour“-Krater erforschen. „Jeder weitere Tag ist ein Geschenk“, haben die Nasa-Wissenschaftler klargestellt.

„Opportunity“ hatte kurz vor seinem Jubeltag noch eine wichtige Entdeckung gemacht: Ein Stein – „etwa von der Größe eines Donuts“ – sei wie aus dem Nichts vor dem Rover aufgetaucht, teilte die Nasa mit. Auf einem Foto Ende Dezember war er noch nicht da, auf dem nächsten Bild Anfang Januar erschien er plötzlich. Der Rover müsse den Stein wohl beim Fahren aufgewirbelt haben, hieß es von den verwunderten Nasa-Wissenschaftlern. „Möglicherweise wurde er dabei umgedreht, so dass es die ungewöhnliche Gelegenheit gibt, die Unterseite eines Marssteins zu untersuchen.“

 

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