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Dutzende Tote durch Anschläge in Syrien

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Baku, den 30. April (AZERTAG). Die Gewalt vor den anstehenden Präsidentenwahlen in Syrien eskaliert. Am Dienstag tötete eine Autobombe in Homs mehr als 40 Menschen, bei einem Mörserangriff starben weitere 18.

Bei einem Bombenanschlag und anschließendem Raketenbeschuss in der syrischen Stadt Homs sind nach Behördenangaben mindestens 45 Menschen getötet worden. Der Anschlag ereignete sich im Al-Sahra-Viertel. Dort leben vor allem Angehörige der Religionsgemeinschaft der Alawiten, zu der auch die Assad-Familie gehört. Weitere 85 Menschen wurden nach den Worten von Provinzgouverneur Talal al-Barasi am Dienstag bei der Gewalt in einem von der Regierung gehaltenen Stadtteil verletzt.

Homs galt während des seit drei Jahren andauernden Bürgerkriegs lange als Hochburg der Rebellen. In heftigen Gefechten brachten die Regierungstruppen die Stadt jedoch in den vergangenen Monaten weitgehend unter ihre Kontrolle.

Bei einem Mörserangriff auf ein Viertel im Zentrum der Hauptstadt Damaskus wurden 18 Menschen getötet. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter berichtete, 60 weitere Menschen seien verletzt worden. Unter den Opfern seien Kinder und Jugendliche. Die vier Granaten seien in der Nähe einer Schule und des Badreddin- al-Hassani-Institutes für sunnitische Religionswissenschaften eingeschlagen. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana sprach von 14 Todesopfern.

Das syrische Regime will seine umstrittene Präsidentenwahl jedoch unbedingt durchziehen, auch wenn überall Bomben und Granaten explodieren. Sana meldete, vier weitere Kandidaten hätten am Dienstag ihre Papiere beim Verfassungsgericht abgegeben. Damit sei die Zahl der potenziellen Bewerber für das höchste Amt nun von sieben auf elf gestiegen. Noch ist allerdings nicht klar, wie viele von ihnen die erforderlichen 35 Unterschriften von Parlamentariern beibringen können. Aus Sicht der Opposition ist die für den 3. Juni geplante Wahl ohnehin nicht mehr als ein „absurdes Theater“. Auch westliche Diplomaten haben dringend davon abgeraten, mitten im Bürgerkrieg wählen zu lassen.

Sie kritisierten auch, dass Assad kandidieren will. Seine zehn „Herausforderer“ gelten als Zählkandidaten. Der bekannteste unter ihnen ist Hassan al-Nuri, ein Ex-Staatsminister und Fabrikant für Schuhputz-Schwämme. Als Kandidatin hat sich auch Sausan al-Haddad gemeldet, die für ihre Bewerbung extra aus Assads Baath-Partei ausgeschieden war.

Assad regiert Syrien seit dem Tod seines Vaters, Präsident Hafis al-Assad, im Jahr 2000. Er ist noch nie zuvor bei einer Wahl mit Gegenkandidaten angetreten. Die Bewerbungsfrist für die Kandidaten endet am kommenden Donnerstag.

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