GESELLSCHAFT


E-Zigaretten enthalten eine flüssige Mischung aus Propylenglykol

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Baku, 7. Mai, AZERTAC 

Über Nutzen und Risiken des Nikotin-Dampfens wird viel gestritten. Britische Forscher erklären die E-Zigarette nun zu einer Chance, Mensch und Gesellschaft gesünder zu machen.

E-Zigaretten polarisieren. Die einen halten sie für Teufelszeug, das harmlos daherkommt, aber Teenager abhängig macht - und die Gesundheit mit fragwürdigen Aromastoffen schädigt. Die anderen sehen das Dampfen als vernünftigen, gangbaren Weg, endlich Schluss zu machen mit dem Rauchen.

In einem 200-Seiten-Report schlägt sich das Royal College of Physicians aus London nun klar auf die Seite der E-Zigaretten-Befürworter. E-Zigaretten böten die Chance, die Schäden des Rauchens für die Gesellschaft "radikal zu reduzieren", erklärt die britische Ärzteorganisation. "Diese Gelegenheit sollte man nutzen."

Der Epidemiologe John Britton und seine Kollegen verweisen vor allem auf die deutlich geringeren Risiken, die vom Dampfen ausgehen sollen. Zwar seien E-Zigaretten gesundheitlich nicht unbedenklich. Doch die Folgen eines Langzeitkonsums dürften kaum fünf Prozent jener Schäden erreichen, die das Rauchen von Tabak mit sich bringe.

Brauchbare Alternative - Mediziner haben speziell die Situation in Großbritannien untersucht. 2,6 Millionen Menschen dort würden E-Zigaretten konsumieren, die Zahl der Raucher liege bei knapp neun Millionen. Die Untersuchung habe ergeben, dass E-Zigaretten nahezu ausschließlich von aktiven oder ehemaligen Rauchern verwendet würden.

Auch Umfragen unter britischen Teenagern hätten ergeben, dass E-Zigaretten fast ausschließlich von jenen konsumiert würden, die bereits mit Tabak experimentiert hätten. Es gebe keine Indizien dafür, dass dadurch das Rauchen zunehme.

Fazit der Forscher: E-Zigaretten nützten eindeutig sowohl dem Einzelnen als auch der Gesellschaft insgesamt. Sie seien eine brauchbare Alternative zu Tabak, schreiben die Forscher in einer Analyse im Fachblatt "British Medical Journal".

E-Zigaretten enthalten eine flüssige Mischung aus Propylenglykol und Glycerin, die mit Nikotin und Aromen versetzt ist. Das Liquid wird elektrisch aufgeheizt und verdampft. Die in E-Zigaretten wie normalen Zigaretten enthaltene Droge Nikotin verursache selbst kaum Schäden, argumentieren die Forscher.

Weniger giftige Nikotinquelle - Das Problem sei der Tabakrauch mit den Karzinogenen, dem Kohlenmonoxid und den Tausenden weiteren bei der Verbrennung entstehenden Giften. Diese machten Rauchen so gesundheitsschädlich. Schon 1976 hatte der Mediziner Mike Russel konstatiert: "Die Leute rauchen wegen des Nikotins, und sie sterben wegen des Teers."

Zumindest für alle, die stark nikotinabhängig sind, empfehlen die britischen Forscher die E-Zigarette als eine nahezu gesunde Alternative. Gesundheitsschäden des Rauchens könnten deutlich reduziert werden, wenn man Zigaretten mit einer weniger giftigen Nikotinquelle ersetze.

Während die älteren E-Zigaretten nur relativ geringe Nikotindosen abgaben, seien neuere Geräte in der Lage, die Droge in ähnlicher Geschwindigkeit zu liefern wie Zigaretten. In Großbritannien seien E-Zigaretten bereits das am häufigsten genutzte Mittel, um vom Rauchen loszukommen.

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