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Ein Jahr im All

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Baku den 29. März, AZERTAC

Der Russe Michail Kornijenko und der Amerikaner Scott Kelly sind auf der Raumstation ISS eingetroffen. Russland und die USA haben weitere Raumfahrtprojekte angekündigt - und planen langfristig einen Flug zum Mars.

Zur längsten Mission in der fast 17-jährigen Geschichte der Internationalen Raumstation sind am Samstag zwei Astronauten auf der ISS eingetroffen. Der Russe Michail Kornijenko und der Amerikaner Scott Kelly sollen sich ein Jahr in der Station aufhalten - doppelt so lange wie üblich. Das Andockmanöver lief in der Nacht ohne Probleme, und die beiden waren sogar etwas schneller. Um 2.33 Uhr deutscher Zeit, drei Minuten vor dem Plan, funkte die Nasa: „Kontakt! Die beiden sind angekommen.“

Die beiden Raumfahrer waren in der Nacht zum Samstag mit einer Sojus-Kapsel vom Weltraumbahnhof Baikonur in der kasachischen Steppe zu ihrer sechsstündigen Reise gestartet. Kornijenko und Kelly sollen bei ihrer Mission wichtige medizinische und biologische Erkenntnisse für einen bemannten Flug zum Mars gewinnen. Mit einer solchen Reise, die voraussichtlich länger als ein Jahr dauern würde, rechnen Experten aber erst in vielen Jahren.

Neben Kornijenko und Kelly flog auch der russische Kosmonaut Gennadi Padalka an Bord der Raumstation. Er soll aber schon im September zur Erde zurückkehren. „Alle drei fühlen sich gut“, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos nach dem Start mit. Derzeit arbeiten auf der ISS etwa 400 Kilometer über der Erde eine Italienerin, ein Russe und ein US-Amerikaner.

Marsflug koordinieren - Kelly ist für die Wissenschaftler besonders interessant, weil sein Zwillingsbruder Mark selbst erfahrener Astronaut ist. Der frühere Shuttle-Kommandant bleibt aber, quasi als Ein-Mann-Kontrollgruppe, auf der Erde zurück. Vom Vergleich der beiden 51-Jährigen erhoffen sich die Wissenschaftler Erkenntnisse über das Verhalten des Menschen in Weltraum und Schwerelosigkeit. Mark Kellys Frau ist die frühere Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords, die vor vier Jahren beim Attentat eines geistig Verwirrten schwer verletzt wurde.

Russland und die USA wollen ihre Zusammenarbeit in der Raumfahrt auch über die Nutzung der internationalen Raumstation ISS hinaus fortsetzen. „Roskosmos und die Nasa werden zusammen an einem Programm für eine künftige Raumstation arbeiten“, sagte der Chef der russischen Weltraumbehörde, Igor Komarow, am Samstag. „Wir werden über gemeinsame Projekte nachdenken“, sagte er.

Komarow und Nasa-Chef Charles Bolden bestätigten auf dem Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan der Agentur Interfax zufolge, die ISS noch bis 2024 gemeinsam zu betreiben. Dies hatte Roskosmos bereits Ende Februar angekündigt. Bolden sagte demnach, Russland und die USA wollten sich langfristig auch für einen Flug zum Mars koordinieren. Er habe mit Komarow darüber gesprochen, wie ein solches Projekt finanziert und geplant werden könne.

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