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El Sebsi erklärt sich zum Wahlsieger in Tunesien

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Baku, 22. Dezember, AZERTAG

Amtliche Ergebnisse der Präsidentenwahl liegen noch nicht vor, doch der ehemalige Regierungschef El Sebsi proklamiert den Sieg für sich. Sein Kontrahent widerspricht. Der ehemalige Regierungschef Beji Caid el Sebsi hat sich bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Tunesien zum Sieger erklärt. Das Lager des amtierenden Übergangspräsidenten Moncef Marzouki, der gegen El Sebsi antrat, widersprach umgehend. Erste amtliche Ergebnisse werden im Verlauf des Montags erwartet. Fast vier Jahre nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Zine el Abidine Ben Ali hatte das nordafrikanische Land am Sonntag über einen neuen Staatschef abgestimmt.

Der 88-jährige El Sebsi erklärte unmittelbar nach Schließung der Wahllokale vor etwa 2.000 Anhängern in Tunis, er habe die Wahl gewonnen. Er dankte seinen Wählern und würdigte seinen Gegner Marzouki. „Tunesien braucht alle seine Kinder“, sagte er. El Sebsi und Marzouki gelten als Feinde.

El Sebsi gehört der Partei Nidaa Tounès (Ruf Tunesiens) an, die bei der Parlamentswahl vor zwei Wochen stärkste Kraft geworden war. Sie gilt als Sammelbecken der alten Staatselite um Ben Ali, der im Januar 2011 durch einen Volksaufstand gestürzt wurde.

Der 69 Jahre alte Marzouki gehört dem sozialdemokratischen Kongress für die Republik (CPR) an. Der Bürgerrechtler war Anfang 2012 mit Unterstützung der islamistischen Partei Ennahda zum Übergangspräsidenten gewählt worden. Zu der jetzigen Abstimmung waren 5,3 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen. Es war die erste freie Wahl eines Staatschefs seit der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1956.

Marzouki sagte, er werde El Sebsis Äußerungen über dessen angeblichen Sieg nicht kommentieren. Es gebe allerdings Hinweise, dass er selbst vorne liege. Der Politiker sprach zu seinen Anhängern vor seiner Wahlkampfzentrale in der Hauptstadt. Der Wahlsieger soll spätestens am Mittwoch feststehen. Am Sonntagabend stand lediglich die Wahlbeteiligung fest. Der Wahlbehörde ISIE zufolge lag sie bei 59 Prozent. Die Stichwahl war notwendig geworden, weil in der ersten Wahlrunde am 23. November keiner der Kandidaten eine absolute Mehrheit erlangte.

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