GESELLSCHAFT


Erster Masern-Toter in den USA seit zwölf Jahren

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Baku, 3. Juli, AZERTAC

Impfmüdigkeit hat den Masern auch in den USA zur Rückkehr verholfen. Im Staat Washington wurde jetzt ein Todesfall durch die Krankheit bekannt - es ist der erste nach zwölf Jahren Pause.

Zwölf Jahre lang gab es in den USA keinen offiziellen Todesfall durch die Masern, jetzt ist diese Zeit vorbei. Im Frühjahr starb eine Frau an der Viruserkrankung, teilte das Gesundheitsministerium des Bundesstaates Washington mit. Die Krankheit war nicht diagnostiziert worden.

Todesursache war laut Obduktion eine durch die Masern verursache Lungenentzündung. Die Frau habe verschiedene gesundheitliche Probleme gehabt, darunter ein geschwächtes Immunsystem, berichteten die Behörden. Weitere Einzelheiten zur Person wurden nicht mitgeteilt, auch das Alter der Frau ist bislang nicht bekannt.

Klar ist jedoch, dass sie sich möglicherweise in einem öffentlichen Gesundheitszentrum angesteckt hat. Da sie keine üblichen Symptome hatte, zu denen ein Hautausschlag gehört, sei man nicht auf Masern gekommen, berichtete die „Washington Post“.

Ausbruch mit mehr als 1300 Infizierten - Nachdem sich die USA im Jahr 2000 als frei von Masern erklärt hatten, verbreitet sich die Krankheit seit 2014 wieder im ganzen Land. Das Problem ist ähnlich wie in Deutschland ein selbstgeschaffenes: Immer mehr Eltern verweigern sich den Kinderschutzimpfungen, der Grund dafür ist eine Mischung aus Aberglaube, Verschwörungstheorie und Misstrauen gegen den Staat (eine Analyse unseres USA-Korrespondenten lesen Sie hier).

In Deutschland erkrankten allein in Berlin seit Oktober 2014 mehr als 1300 Menschen an den Masern. Im Februar starb ein Junge im Alter von eineinhalb Jahren an den Folgen der Infektionskrankheit, jeder vierte Betroffene musste im Krankenhaus behandelt werden. Aktuell sinkt die Zahl der Fälle in Berlin wieder, in der letzten Woche wurden zehn Neuerkrankungen gemeldet.

Die Masern gelten als eine der ansteckendsten Krankheiten. In vielen Regionen der Welt zählen sie zu den Hauptursachen für Kindersterblichkeit. Die am Robert Koch-Institut angesiedelte Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt, Kinder zwischen elf und 14 Monaten ein erstes Mal und bis zum Ende des zweiten Lebensjahres ein zweites Mal gegen Masern zu impfen.

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