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Fast 200 Kilometer pro Stunde Windschwindigkeit erreichte Taifun „Haiyan“

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Baku, den 30. November (AZERTAG). Taifun „Haiyan“ wütete über den Philippinen - der Vergleich zweier Satellitenbilder zeigt die Folgen für die Umwelt. Von der Vegetation blieb wenig übrig, im Landesinneren entstanden Seen.

Fast 200 Kilometer pro Stunde Windschwindigkeit erreichte Taifun „Haiyan“, als er Anfang November über die Philippinen zog. Satellitenbilder der Nasa machen das Ausmaß der Zerstörung aber erst deutlich. Die Wassermassen haben nicht nur die Städte mit ihren Gebäuden, Straßen und Wegen, sondern auch die Pflanzenwelt stark geschädigt.

Das Falschfarbenbild des Satelliten „Terra“ zeigt, wie die Umwelt der Insel Leyte sich gewandelt hat. Die Aufnahmen sind gut mit Bildern vergleichbar, die derselbe Satellit vor neun Jahren von der Stadt Tacloban auf der Insel angefertigt hat. Das Advanced Spaceborne Thermal Emission and Reflection Radiometer (ASTER) an Bord kann Vegetation und auch Wasser deutlich erkennen und verorten. Pflanzen werden auf den Bildern rot dargestellt, städtisches Gebiet weiß und silbrig, nackter Untergrund bräunlich und Wasser dunkelblau oder gar schwarz.

Zwar kann ASTER nicht direkt zerstörte Häuser oder Straßen zeigen, aber einen Gesamtüberblick bieten. Bilder anderer Satelliten wurden schon kurz nach der Katastrophe zur Unterstützung von Rettungs- und Hilfsmaßnahmen eingesetzt. Dank ASTER lässt sich durch direkten Vergleich des alten und neuen Bildes aber abschätzen, wie stark die Vegetation auf der Insel seit 2004 zurückgegangen ist. Beispielsweise ist die Bergregion westlich der Stadt heute fast frei von Pflanzen, während vor neun Jahren dort noch ein dichter Bewuchs herrschte. Es lässt sich nicht ohne weitere Daten sagen, ob nicht auch menschliche Einflüsse wie Rodung und Bauprojekte eine Rolle spielen. Es sei aber wahrscheinlich, dass der Taifun dafür verantwortlich sei, schreibt die Nasa zur Veröffentlichung des Fotos.

Dunkle Flecken zeigen Wasseransammlungen - Noch deutlicher sind die Auswirkungen des Taifuns allerdings an der Küste zu sehen. Der Sturm hat nur matschigen Untergrund übrig gelassen und außer Bauten auch Planzen und Grün weggespült.

Die Bilder sind auch geeignet, um zu errechnen, wie die Stadt Tacloban und die bebauten Flächen sich in den letzten neun Jahren ausgedehnt haben. Der Taifun und die angerichtete Zerstörung verfälschen aber auch hier den ersten Eindruck. Nur in Verbindung mit zusätzlichen Daten und Bildern lassen sich das Städtewachstum und damit auch die Kosten der angerichteten Schäden realistisch einschätzen.

Einige dunkle Flecken auf der Landmasse sind ein Indiz dafür, dass der Sturm Wasser ins Landesinnere gespült hat. Dort haben sich kleine Seen gebildet. Vor allem in der Küstenregion sind dort, wo noch 2004 Straßen oder Häuser waren, nun dunkle stehende Gewässer als Hinterlassenschaften des Sturms zu finden.

 

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