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Fast 40 Prozent von Reptilienarten auf Madagaskar drohen auszusterben

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Baku, den 14. August (AZERTAG). Madagaskar ist ein Hotspot der Artenvielfalt. Seit der Abspaltung vom afrikanischen Kontinent vor etwa 150 Millionen Jahren haben sich auf der Insel Tiere und Pflanzen entwickelt, die es nirgendwo anders gibt. Für die Verbreitung der Reptilienarten fehlte bisher aber eine offizielle Einschätzung. Diese Lücke hat jetzt ein internationales Forscherteam nun geschlossen.

Die rund 40 Experten wurden von der Weltnaturschutzunion IUCN zusammengerufen, um die Rote Liste der gefährdeten Arten zu ergänzen. Die Ergebnisse, die im Fachmagazin „PLoS One“ veröffentlicht wurden, klingen alarmierend: 39 Prozent der Reptilienarten auf Madagaskar sind demnach vom Aussterben bedroht.

Die Abholzung der Regen- und Trockenwälder gefährdet vor allem Echsen und Schlangen. Prekär ist die Situation auch bei den Schildkröten: Alle Schildkrötenarten auf Madagaskar haben die Forscher als stark gefährdet eingestuft. Die Tiere werden international gehandelt und wegen ihres Fleisches gejagt.

Grundsätzlich besonders gefährdet seien Arten, die ausschließlich in sehr kleinen Lebensräumen vorkämen, wie zum Beispiel in den Küstenwäldern, von denen es nur noch sehr wenige gebe, sagt der Evolutionsbiologe Miguel Vences von der Technischen Universität Braunschweig, der den Bericht mitverfasst hat. Eine Auswahl der gefährdeten Arten mit Beschreibung zeigt unsere Bildstrecke.

Madagaskar hat bereits viele Gebiete unter Schutz gestellt und mehrere Nationalparks eingerichtet. „Wir beobachten aber leider immer wieder, dass die Schutzverordnungen nicht eingehalten werden und trotz Verbots abgeholzt wird“, so Vences.

Trotzdem bleibt der Forscher optimistisch: „Madagaskar bietet bessere Voraussetzungen für den Artenschutz als viele andere afrikanische Länder“, so der Forscher. „Es gibt genug fruchtbare Böden, was eine nachhaltige Landwirtschaft prinzipiell möglich macht. Und das Land kann sich mit dem Ökotourismus einen gute Einnahmequelle erschließen.“

Tatsächlich kommen die meisten Reptilienarten Madagaskars in mindestens einem der Schutzgebiete vor. Und: Fast alle Arten sind in den letzten Jahren noch im Freiland beobachtet worden. Die aktuelle Studie soll nun helfen, die bedrohten Arten gezielter zu schützen.

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