GESELLSCHAFT


Fast ein Viertel der erwachsenen hat einmal im Leben illegale Drogen ausprobiert

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Baku, 5. März, AZERTAC

Meistens greifen die Menschen in der EU zu Cannabis, wenn sie illegale Drogen konsumieren. Auf Platz zwei und drei liegen Kokain und Ecstasy. Das zeigt der neue Uno-Drogenbericht.

Fast ein Viertel der erwachsenen EU-Bürger hat zumindest einmal im Leben illegale Drogen ausprobiert. Am häufigsten konsumiert wird dabei Cannabis, das 19,3 Millionen Menschen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren schon mal genommen haben, gefolgt von Kokain (3,4 Millionen), Ecstasy (2,1 Millionen) und Amphetaminen (1,6 Millionen).

Das geht aus dem Drogenbericht 2015 des Internationalen Suchtstoffkontrollrats hervor, der am Mittwoch unter anderem in Berlin vorgestellt wurde. Dänemark, Frankreich und Großbritannien gehören demnach zu den EU-Staaten mit der höchsten Quote von Menschen, die zumindest einmal im Leben illegale Drogen genommen haben.

Nach Angaben der Uno-Organisation sind heute Internet und soziale Medien wichtige Instrumente zur Vermarktung von Drogen. 2013 und 2014 seien allein in der EU mehr als 600 Webseiten aufgetaucht, über die neue bewusstseinsverändernde Substanzen angeboten würden.

Interessanterweise werden den Angaben zufolge in Ost- und Südosteuropa fast fünfmal so häufig illegale Drogen per Injektion konsumiert wie im weltweiten Durchschnitt. Entsprechend leben nach Schätzungen in dieser Weltregion annähernd 40 Prozent der Menschen, die Drogen injizieren und mit dem HI-Virus infiziert sind.

Krieg gegen Drogen führt nicht zum Ziel - Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, beklagte ebenso wie der Präsident der Uno-Organisation, Werner Sipp, dass in manchen Weltregionen mit äußerster Gewalt gegen Drogen vorgegangen werde. Einen "Krieg gegen Drogen" zu führen, sei der falsche Weg. (Ähnlich hatte auch der frühere Uno-Chef Kofi Annan kürzlich im SPIEGEL Argumentiert. Lesen Sie seinen Essay hier.) Im Vordergrund müssten Gesundheit und Wohlergehen der Menschen stehen.

Jugendliche, die mal mit kleinen Mengen Drogen erwischt werden, sollten nicht gleich kriminalisiert, sondern reintegriert werden. Angesichts überfüllter Gefängnisse steuerten hier auch die USA um. Die deutsche und europäische Drogenpolitik könne sich im weltweiten Vergleich sehen lassen, so Mortler.

Im April will die Uno-Generalversammlung auf einer Sondertagung über die weltweite Drogenproblematik und die Möglichkeiten von Kooperationen beraten. Die Probleme gestalten sich je nach betroffener Weltregionen unterschiedlich.

Naher Osten: Die traumatische Situation der Flüchtlinge in den Kriegsgebieten im Irak und in Syrien machen diese Menschen besonders anfällig dafür, drogenabhängig zu werden und in Kontakt mit Drogenhandel zu kommen. Mangelnde Grenzkontrollen förderten den Handel in der Region. Andererseits fehle es an dringend benötigten Medikamenten.

Afrika: Afrika ist nach wie vor eine der Haupttransitzonen für den internationalen Drogenhandel. Dabei gerät Afrika selbst mit seiner wachsenden Mittelschicht in den Blick der Drogenhändler.

Nordamerika: Nordamerika hat nach wie vor die höchste Rate an Drogentoten. Auf eine Million Einwohner kommen im Schnitt etwa 137 Drogentote, der geschätzte weltweite Durchschnitt liegt bei 50 Drogentoten auf eine Millionen Einwohner. Ein weiteres Problem in Nordamerika ist der verbreitete Missbrauch verschreibungspflichtiger Medikamente.

Mittelamerika und Karibik: Die Region gehört zu den Weltregionen mit den höchsten Gewalt- und Mordraten, sie ist dabei stark von drogenbedingter Gewalt betroffen.

Südasien: Die größten Herausforderungen, mit denen die südasiatischen Staaten konfrontiert sind, ist der Handel mit afghanischem Heroin. Andererseits ist der Zugang zu Schmerzmitteln in der Region ähnlich wie in Teilen Afrikas stark begrenzt.

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