GESELLSCHAFT


Fast sechs Millionen Kinder können ihren fünften Geburtstag nicht feiern

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Baku, 11. November, AZERTAC

Noch immer sterben jedes Jahr fast sechs Millionen Kinder, bevor sie ihren fünften Geburtstag feiern konnten. Ein Großteil stammt aus nur zehn Ländern, fünf davon in Asien und fünf in Afrika.

Immer mehr Kinder erleben ihren fünften Geburtstag, das ist die gute Nachricht. In einigen Ländern aber sind die Sterberaten noch immer hoch, wie eine aktuelle Studie im Fachmagazin "The Lancet" zeigt. Im vergangenen Jahr sind demnach fast sechs Millionen Kinder vor ihrem fünften Lebensjahr gestorben, 60 Prozent von ihnen stammten aus nur zehn Ländern.

Die Millenniumsziele der Uno hatten eigentlich vorgesehen, die Kindersterblichkeit zwischen 2000 und 2015 um zwei Drittel zu senken. Das ist nicht gelungen.

Fünf der am schwersten betroffenen Länder liegen der Untersuchung zufolge in Afrika: In Angola, der Demokratischen Republik Kongo, Äthiopien, Nigeria und Tansania seien Lungenentzündungen die häufigste Todesursache von Kindern unter fünf Jahren, schreiben die Forscher.

Die anderen fünf Länder befinden sich in Asien: In Bangladesch, China, Indonesien, Indien und Pakistan sterben demnach besonders viele Kinder aufgrund von Komplikationen bei Frühgeburten.

Die Investitionen in den betroffenen Ländern müssten gezielt gesteigert werden, fordern die Wissenschaftler um die Medizinerin Li Liu von der Johns Hopkins Bloomberg School for Public Health. Konkret seien eine bessere medizinische Vorsorge gegen Lungenentzündungen, Malaria und Durchfall sowie eine bessere Wasserversorgung und bessere sanitäre Anlagen notwendig.

Mehr als neun von 100 Kindern sterben - In reichen Ländern wie den USA sterben den Daten zufolge weniger als zehn von 1000 Kindern vor dem fünften Lebensjahr. In den am schlimmsten betroffenen Ländern sind es mehr als 90. Die höchsten Sterberaten wurden der Studie zufolge in Angola, der Zentralafrikanischen Republik, Tschad, Mali, Nigeria, Sierra Leone und Somalia gemessen.

Trotz der noch immer hohen Zahlen dokumentiert die Untersuchung auch deutliche Fortschritte. Zwischen 2000 und 2015 sei die Kindersterblichkeit der Unter-Fünfjährigen um vier Millionen gesunken, schreiben die Forscher. Heute überleben demnach pro 1000 Geburten 35 Kinder mehr als damals. Das entspricht einem Rückgang von 53 Prozent.

Zurückzuführen ist das vor allem auf geringere Todesraten durch Lungenentzündungen, Durchfall, Komplikationen während der Geburt, Masern und Malaria. Die Erfolge seien weltweit aber sehr ungleich verteilt, so die Studienautoren.

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