WISSENSCHAFT & TECHNOLOGIE


Forscher ältesten Sonnenzwilling entdeckt

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Baku , den 31. August (AZERTAG). Er lässt erahnen, wie sich die Sonne in den nächsten Jahrmillionen entwickelt: Forscher haben den bislang ältesten Sonnenzwilling analysiert. Der Stern teilt eine besonders ungewöhnliche Eigenschaft mit unserem Zentralgestirn.

Ein neu entdeckter Zwillingsstern der Sonne zeigt nach Expertenmeinung die künftige Entwicklung der Sonne an. Ein internationales Astronomenteam unter brasilianischer Leitung hat mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte Eso den bislang ältesten Zwilling unseres Zentralgestirns identifiziert.

Der von der nordchilenischen Sternwarte Paranal aus beobachtete Stern „HIP 102152“ sei unserer Sonne wie ein eineiiger Zwilling ähnlich, aber mit einem Alter von schätzungsweise 8,2 Milliarden Jahren viel früher entstanden, teilte die Eso mit. Dies ermögliche die Beobachtung eines viel späteren Stadiums der Entwicklung von Sternen des Typs unserer Sonne. Die Sonne ist rund 4,6 Milliarden Jahre alt. Zusätzlich betrachteten die Forscher auch einen jüngeren Sonnenzwilling: „18 Scorpii“, der rund 2,9 Milliarden Jahre alt sein soll.

Die Forscher stellten unter anderem fest, dass der Lithiumgehalt mit dem steigenden Alter eines Sterns abnimmt, wie sie im Fachblatt im „Astrophysical Journal Letters“ berichten. Astronomen haben schon früher registriert, dass der Lithiumanteil in manchen Sternen ungewöhnlich niedrig ist - auch in der Sonne. „HIP 102152“ hat einen noch geringeren Gehalt an dem Element. „Wir können jetzt sicher sein, dass Sterne ihr Lithium irgendwie verbrauchen, wenn sie älter werden und dass der Lithiumgehalt der Sonne normal ist für ihr Alter“, sagt Forscherin TalaWanda Monroe von der Universidade de São Paulo.

„Seit Jahrzehnten suchen Astronomen nach Zwillingssternen der Sonne, um unseren eigenen Stern besser zu verstehen“, sagt der Leiter der Forschergruppe, Jorge Melendez von der Universidade de Sao Paulo. Doch es seien erst sehr wenige entdeckt worden, seit man im Jahr 1997 den ersten Sonnenzwilling erspäht habe.

Die Zusammensetzung von Stern „HIP 102152“ deutet außerdem auf eine weitere Parallele zur Sonne, berichtet die Eso: Beide Sterne hätten einen gewissen Mangel an Elementen, die häufig in Meteoriten und auf der Erde vorkommen. Das sei ein Hinweis darauf, dass um den Sonnenzwilling Gesteinsplaneten kreisen könnten.

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