WISSENSCHAFT UND BILDUNG


Forscher entdecken Siedlungsreste aus der Jungsteinzeit

Baku, 4. August, AZERTAC

Der älteste Fund stammt aus der Zeit um 2200 vor Christus. Östlich von Theißen in Sachsen-Anhalt haben Forscher auf einer Fläche von 29.000 Quadratmetern zwei Siedlungen entdeckt, die vor Jahrtausenden errichtet wurden. Dies teilte das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt mit. Außerdem fanden sie Überreste einer slawischen Siedlung aus dem 8. bis 10 Jahrhundert nach Christus.

Gegraben wird in der Region seit Mitte April im Vorfeld von Bauarbeiten für eine Ortsumgehungsstraße.

Brandlehm gegen Untote? - Dass das Gebiet bereits vor mehr als 4200 Jahren von Menschen genutzt wurde, verrät unter anderem eine Hockerbestattung der Glockenbecherkultur. Die Knochen des Mannes seien mit angewinkelten Armen und Beinen angeordnet worden, schreiben die Forscher - die Merkmale einer Hockerbestattung.

Der Verstorbene wurde den Untersuchungen zufolge umbestattet, was zu der Zeit eher selten vorkam, wie die Forscher berichten. Er hatte demnach eine schlafende Position, lag auf der rechten Seite und sein Schädel zeigte nach Norden. Die Position gilt als Zeichen von Respekt vor dem Tod und für den Verstorbenen.

Aus einer ähnlichen Zeit stammt vermutlich auch eine zweite Hockerbestattung in einer der Siedlungsgruben. Das Besondere bei ihr: Der Bauch des Toten wurde mit Brandlehm zugedeckt. Die Archäologen vermuten, dass das den Toten am Wiedergängertum hindern sollte - also daran, dass er als Untoter sein Unwesen treibt. Außerdem fanden sie einen halben Unterkiefer von einem Wiederkäuer neben der rechten Schulter des Toten.

Siedlung aus der Eisenzeit und dem 8. bis 10. Jahrhundert - Aus der Eisenzeit um 800 bis 500 vor Christus fanden die Archäologen außerdem ein zweischiffiges Wohnhaus. Ein Teil des untersuchten Gebietes wurde in der Zeit offenbar als Wirtschaftsbereich genutzt. Dort befinden sich die Überreste von Vorrats-, Abfall- und Lehmentnahmegruben sowie von mindestens einem Speicherbau.

Möglicherweise wurden in der Siedlung zu der Zeit Textilien verarbeitet und Salz produziert. Die Forscher fanden Gewichte von Webstühlen und kleine Fragmente von Formen, mit denen Salz transportiert wurde.

Deutlich jünger sind zwei Grubenhäuser und ein Pfostenbau. Keramiken deuten darauf hin, dass es sich hier um einen Teil einer mittelslawischen Siedlung aus dem 8. bis 10. Jahrhundert nach Christus handelt. Sie lag rechts und links von einem Bach. Schriftliche Quellen deuten darauf hin, dass man hier möglicherweise das Gewässer mit Wagen überqueren konnte. Ob es sich tatsächlich um eine Furt handelte, lässt sich jedoch nicht abschließend klären.

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