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Forscher entdecken zahlreiche Exemplare einer bisher unbekannten Flugsaurierart

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Baku, den 14. August (AZERTAG). In einem Vorort von Cruzeiro do Oeste im südbrasilianischen Bundesstaat Paraná haben Medienberichten zufolge Forscher Hunderte versteinerte Knochen entdeckt. Aus ihnen setzten sie 47 Exemplare einer bisher unbekannten Flugsaurierart zusammengesetzt. Unter den Funden seien vor allem Jungtiere, berichten die Forscher im Fachmagazin „Plos One“. Wahrscheinlich ließen sich aus den Skelettteilen noch weitere Exemplare zusammenbasteln.

Die neu entdeckte Art gehört zu den Flugsauriern oder Pterosauriern, von denen bereits zahlreiche Arten bekannt sind. Die Reptilien lebten über einen Zeitraum von 170 Millionen Jahren. Einige Arten erreichten enorme Größen - darunter der bereits 1971 entdeckte Quetzalcoatlus, der es auf eine Flügelspannweite von schätzungsweise zwölf Metern brachte. Andere Arten waren so klein wie Tauben.

Caiuajara dobruskii, die nun von Paulo Manzig von der Universidade do Contestado und Kollegen entdeckte Art, liegt da im Mittelfeld. Die Flügelspanne der kleinsten Tiere lag bei 65 Zentimetern, die größten Tiere konnten ihre Flügel auf 2,35 Meter aufspannen. Wie viele ihrer Verwandten trugen die Saurier, die in der Kreidezeit lebten, einen auffälligen Knochenkamm auf dem Schädel.

Die Größe des Kamms veränderte sich mit dem Alter. Bei Jungtieren war er noch klein und lag näher am Kopf, die adulten Tiere trugen wesentlich größere Kämme, die in einem Winkel von bis zu 90 Grad steil aufgerichtet waren.

Schneller als die Kämme entwickelten sich die Flügel: Schon die ganz kleinen waren offenbar in der Lage zu fliegen; ihre Skelette unterschieden sich kaum von denjenigen der älteren Tiere. Vermutlich seien die Tiere Nestflüchter gewesen, berichten die Forscher. Einige anatomische Merkmale von Caiuajara dobruskii deuten darauf hin, dass die Art zur zahnlosen Gattung der Tapejaridae gehört.

Manzig und Kollegen gehen davon aus, dass die Pterosaurier an einer Oase inmitten einer Wüstenlandschaft gelebt haben. Nach ihrem Tod seien die Überreste an den Grund eines Sees dort gespült worden, wo sie von Sediment überlagert wurden und versteinerten. Woran sie starben, wissen die Forscher nicht.

Denkbar seien unter anderem Sandstürme oder Dürren. Dass die Tiere in mehreren Ablagerungsschichten zu finden waren, lässt die Forscher vermuten, dass nicht alle auf einen Schlag starben. Vermutlich lebten die Pterosaurier für längere Zeit in der Region oder kamen regelmäßig auf Wanderungen an diesen Ort.

Die meisten bisher entdeckten Flugsaurierarten sind nur durch ein einziges komplett erhaltenes Exemplar bekannt. Dass in diesem Fall 47 Tiere auf einem Haufen gefunden wurden, ist ungewöhnlich. Die Forscher schließen daraus, dass die Tiere in großen Kolonien lebten.

Brasilien ist bekannt für seine Vorkommen an Flugsaurierknochen, allerdings stammen die meisten aus dem nordöstlichen Teil des Landes. Der aktuelle Fund sei der derzeit südlichste Fund von Pterosauriern überhaupt.

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