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Forscher identifizieren wichtigste Naturschutzgebiete

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Baku, den 16. November (AZERTAG). 137 Naturschutzgebiete hält ein internationales Forscherteam für besonders schützenswert - doch die Hälfte der von ihnen abgedeckten Fläche gilt noch nicht als Weltnaturerbe. Das sollte sich ändern, fordern die Wissenschaftler.

Wissenschaftler haben die weltweit wichtigsten Schutzgebiete für den Erhalt der Artenvielfalt aufgelistet - und dabei festgestellt, dass die Hälfte ihrer Gesamtfläche nicht den Status eines Unesco-Welterbes besitzt. Die Forscher stuften 78 Regionen mit insgesamt 137 Schutzgebieten in 34 Staaten als besonders relevant ein, wie sie im Fachmagazin „Science“ berichten. Die Gebiete beherbergen den überwiegenden Teil der weltweiten Population von mehr als 600 Vogel-, Amphibien- und Säugetierarten. Mehr als die Hälfte dieser Arten gelten in ihrem Fortbestand als gefährdet.

Die Wissenschaftler untersuchten insgesamt 173.463 Naturschutzgebiete auf ihre Bedeutung für den Schutz von Tieren, die auf der „Roten Liste der bedrohten Arten“ stehen. „Wir haben insgesamt 137 Schutzgebiete auf einer Fläche von 1,7 Millionen Quadratkilometer als unersetzlich für die Artenvielfalt unser Erde ausgemacht“, schreibt das Team. Geografische Schwerpunkte sind Regenwälder, Inseln und Gebirge in Afrika, Lateinamerika und Südostasien. Europäische Naturschutzgebiete stehen nicht auf der Liste.

Probleme in Nationalparks - Zu den unersetzlichen Schutzgebieten zählen die Wissenschaftler unter anderem die wegen ihrer einzigartigen Amphibienvielfalt berühmten, zu Ecuador gehörenden Galapagos-Inseln, den peruanischen Manu-Nationalpark und die Bergkette der Western Ghats in Indien.

Während diese Regionen bereits als Unesco-Welterbe eingestuft sind, verfügen andere unverzichtbare Schutzgebiete bislang nicht über diesen Status. Dazu zählen den Forschern zufolge der Udzungwa-Mountains-Nationalpark in Tansania und der Nationalpark im kolumbianischen Gebirgszug Sierra Nevada de Santa Marta.

„Diese außergewöhnlichen Orte wären alle zwingende Kandidaten für den Welterbe-Status“, unterstreicht Soizic Le Saout vom Centre d'Ecologie Fonctionnelle et Evolutive im französischen Montpellier. „Eine solche Anerkennung würde den effektiven Schutz der einzigartigen Artenvielfalt in diesen Gebieten garantieren, weil dort dann die rigorosen Regeln für Welterbe-Stätten gelten würden.“

Das Management in vielen Nationalparks kritisieren die Wissenschaftler als oft ineffektiv. Gründe dafür seien kleine Budgets, zu wenig Personal, kaum Unterstützung seitens der Politik und große Problem mit Wilderern.

 

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