WISSENSCHAFT & TECHNOLOGIE


Forscher weisen Ozon-Killer erstmals nach

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Baku, den 12. März (AZERTAG). Wissenschaftler haben in der Atmosphäre Gase nachgewiesen, die bis in die 1960er-Jahre dort nicht zu finden waren. Quelle: unklar. Kältemittel kommen ebenso in Frage wie Insektizide oder Reiniger.

Ein internationales Forscherteam hat vier Substanzen, die zur Zerstörung der Ozonschicht beitragen können, erstmals in der Atmosphäre nachgewiesen. Nach den Untersuchungen von Johannes Laube von der University of East Anglia in Norwich (Großbritannien) und seinen Kollegen sind in den vergangenen 50 Jahren rund 74.000 Tonnen der Substanzen in die Lufthülle der Erde gelangt. Im Fachmagazin „Nature Geoscience“ berichten sie, es handele sich um drei Chlorfluorkohlenstoffe (CFKW) und einen Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW). Der Anteil von zwei der Substanzen habe in den letzten Jahren stark zugenommen.

„Durch unsere Forschung haben wir vier Gase gefunden, die bis zu den 1960er-Jahren nicht in der Atmosphäre waren“, wird Laube in einer Mitteilung zur Studie zitiert. „Das legt nahe, dass die Stoffe menschengemacht sind.“ Die Substanzen sind zwar als Kältemittel bekannt – wie und wo sie in die Atmosphäre gelangten, wissen die Forscher aber nicht. Anderen Studien zufolge könnten die Gase Ausgangsstoffe für die Herstellung von Insektiziden gewesen sein oder Lösungen zum Reinigen elektronischer Komponenten entstammen.

Die Wissenschaftler untersuchten zum einen Luftproben aus den Jahren 1978 bis 2012 von der australischen Insel Tasmanien, wo die Luftverschmutzung sehr gering ist. Zum anderen analysierten sie Luft, die im verfestigten Schnee Grönlands eingeschlossen war. Mithilfe von Massenspektroskopie schlüsselten Laube und Kollegen die Proben in ihre Bestandteile auf.

Nicht in Veröffentlichungen der UN - Die Auswertungen ergaben, dass sich der Anteil des Gases CFC-113a in der Luft von 2010 bis 2012 verdoppelt und der Anteil von HCFC-133a von 2009 bis 2012 sogar verdreifacht hat. „Es dürfte an der Zeit sein, die Herkünfte dieser Stoffe zu ermitteln“, schreiben Laube und sein Team. Dass die chemischen Verbindungen bisher nicht in Veröffentlichungen der Vereinten Nationen auftauchen, erklären die Forscher unter anderem damit, dass sie vermutlich bisher mit anderen Substanzen zusammengefasst worden seien.

Insgesamt aber ist der Anteil der jetzt nachgewiesenen Substanzen an der Luft sehr gering: „Ihre zusammengefasste Menge ist mehr als 500 Mal kleiner als die wichtigsten ozonzerstörenden Verbindungen in den 1990er-Jahren, die – wie wir wissen – durch das Montreal-Protokoll effektiv unter Kontrolle gebracht wurden“, wird Martyn Chipperfield von der University of Leeds (Großbritannien) zitiert.

Sein Universitätskollege Piers Forster ergänzt: „Dennoch erinnert uns diese Studie daran, dass wir die Atmosphäre ständig überwachen müssen, um auch kleine Mengen dieser Gase ausfindig zu machen.“

 

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