WELT


Fossil zeigt den Werdegang der Evolution

A+ A

Baku, den 17. April (AZERTAG). Die frühen Landbewohner waren kleine Fleischfresser. Lange bevor die Dinosaurier auf den Plan traten, entwickelten sich daraus Pflanzenfresser. Ein Fossil zeigt nun den Werdegang der Evolution.

Der Fund eines 300 Millionen Jahre alten Fossils zeigt die Entwicklung der ersten Wirbeltiere, die ausschließlich an Land lebten. Demnach waren diese frühen Landbewohner kleine Fleischfresser. Aus diesen Leichtgewichten entwickelten sich – lange vor Entstehung der Dinosaurier – die zum Teil mehr als 500 Kilogramm schweren Pflanzenfresser. Diese Entwicklung bei den Vorfahren der Säugetiere – den Synapsiden – wiederholte sich später in anderen Wirbeltier-Gruppen. Das berichten Robert Reisz von der University of Toronto und Jörg Fröbisch vom Berliner Museum für Naturkunde in der Fachzeitschrift „PLOS ONE“.

Das im US-Staat Kansas entdeckte Fossil von Eocasea martini ist ein Paradebeispiel für die Entwicklung der Wirbeltiere an Land. Der Fund des knapp 20 Zentimeter langen Jungtiers beinhaltet einen Teil des Schädels, den Großteil der Wirbelsäule sowie Beckengürtel und Hinterbeine. Er beleuchtet beispielhaft die Entwicklung der Synapsiden, die 80 Millionen Jahre vor den Dinosauriern lebten und die ersten Wirbeltiere waren, die sich ausschließlich an Land aufhielten.

„Eocasea ist einer der ältesten Verwandten moderner Säugetiere und schließt eine Lücke von etwa 20 Millionen Jahren im Fossilbericht zu den nächstjüngeren Vertretern der Synapsiden-Familie der Caseiden“, sagt Fröbisch. Die Anatomie des Fossils verrät, dass diese Tiere, deren spätere Vertreter ausschließlich Pflanzen fraßen, anfangs Fleischfresser waren. „Unsere Forschung zeigt, dass die großen terrestrischen Pflanzenfresser unter den Caseiden von kleinen nicht herbivoren Formen innerhalb derselben Gruppe abstammen“, sagt Fröbisch. Eocasea lebte von Insekten und anderen Kleintieren.

Die Neuerung, Pflanzen zu verwerten, eröffnete seinen Nachfolgern eine gewaltige Nahrungsgrundlage. Das Pflanzenfressen förderte auch das Größenwachstum der Tiere, schreiben die Forscher. Bei den Caseiden stieg das geschätzte Körpergewicht von weniger als zwei Kilogramm bei Eocasea auf mehr als 500 Kilo bei den späten Herbivoren. „Diese Pflanzenfresser wiederum wurden zu einer bedeutenden Nahrungsquelle für große terrestrische Fleischfresser“, sagt Reisz.

Diesem Muster – kleine terrestrische Fleischfresser entwickeln sich zu größeren Pflanzenfressern – folgten später auch mehrere andere Wirbeltiergruppen, darunter zwei Familien der Reptilien, so die Forscher.

 

© Jede Verwendung von Materialien muss durch den Hyperlink kenntlich gemacht werden

KONTAKT MIT DEM AUTOR

Füllen Sie die erforderlichen Stellen mit Zeichen* aus

Bitte geben Sie die Buchstaben wie oben gezeigt ein.
Egal, ob die Buchstaben groß oder klein sind