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Foxconn gesteht Arbeitsrechtsverletzungen in China

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Baku, den 11. Oktober (AZERTAG). Neue Vorwürfe gegen Foxconn. In Überstunden und Nachtarbeit sollen chinesische Studenten für das Unternehmen Geräte zusammenbauen - wer sich wehrt, bekommt offenbar keinen Abschluss. Der Elektronikhersteller gibt die Verstöße teilweise zu.

Der umstrittene taiwanische Technologiezulieferer Foxconn hat Arbeitsrechtsverletzungen in einem Werk in China eingeräumt. Eine interne Untersuchung im Werk Yantai habe ergeben, dass die Unternehmensregeln zu Überstunden und Nachtarbeit in Einzelfällen nicht eingehalten worden seien, teilte das Unternehmen mit, das unter anderem für Apple, Sony und Nokia produziert. Mehrere chinesische Zeitungen hatten berichtet, dass Informatikstudenten der Universität Xian im Zentrum des Landes gezwungen würden, bei Foxconn zu arbeiten. Anderenfalls bekämen sie keinen Abschluss.

Die „Oriental Morning Post“ zitierte Studenten, die bis zu elf Stunden am Fließband Spielekonsolen für Sony zusammenbauen mussten - statt eine aufs Studium bezogene Arbeit zugewiesen zu bekommen. Dem Bericht zufolge wurde es einigen Studenten verweigert, das Praktikum bei Foxconn vorzeitig zu beenden. Ihnen sei gedroht worden, dann würden sie ihr Stipendium verlieren und keinen Abschluss erhalten.

Foxconn erklärte, das Unternehmen habe dafür gesorgt, dass die Universität sich ab sofort an die Regeln halte. Überstunden und Nachtarbeit für Studenten seien nicht erlaubt. Studenten dürften ihr Praktikum im Betrieb auch von sich aus beenden.

Zuletzt war auch ein Foxconn-Werk in Prag in der Kritik: Dort sollen Gastarbeiter aus Vietnam, Bulgarien und der Mongolei im böhmischen Pardubice unter extremem Leistungsdruck, zu Niedriglöhnen und in zwölf Stunden langen Schichten praktisch ohne Pausen gearbeitet haben.

Foxconn ist der größte Technologiezulieferer der Welt und international vor allem als Hersteller von Apple-Geräten bekannt. Die Werke stehen zum Großteil in China. Dort beschäftigt der taiwanische Konzern mehr als eine Million Menschen. Die Arbeitsbedingungen in chinesischen Werken des Unternehmens standen immer wieder in der Kritik, 2010 starben mindestens 13 Arbeiter, die sich nach Angaben von Arbeitsrechtlern wegen der harten Arbeitsbedingungen selbst töteten. Foxconn wies die Anschuldigungen zurück. Das Unternehmen hob die Löhne aber um durchschnittlich fast 70 Prozent an. Apple hat für die Produktion seiner neuen Billig-Smartphones nun einen Foxconn-Konkurrenten beauftragt.

 

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