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Fußball-Weltverband Fifa ist in die Offensive gegangen

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Baku, 16. März, AZERTAC 

Die Fifa fordert im Korruptionsskandal von den Beschuldigten eine Entschädigung in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Erstmals gibt der Weltverband zu, dass bei den Vergaben der WM 1998 und 2010 Stimmen gekauft wurden.

Unter der Führung des neuen Präsidenten Gianni Infantino ist der Fußball-Weltverband Fifa in die Offensive gegangen und fordert von seinen korrupten Ex-Funktionären Schadenersatz in Höhe von mehreren zehn Millionen Euro. Darunter sind die ehemaligen Fifa-Vizepräsidenten Jack Warner und Jeffrey Webb sowie die früheren Exekutivkomitee-Mitglieder Charles Blazer und Ricardo Teixeira.

Die Fifa-Anwälte verschickten ein entsprechendes Gesuch kurz vor der letzten Sitzung des Exekutivkomitees am Donnerstag und Freitag an die New Yorker Staatsanwaltschaft.

Die Fifa geht aufgrund der Ermittlungen des US-Justizministeriums und eigener Untersuchungen davon aus, dass die Beschuldigten mindestens mehrere Dutzend Millionen US-Dollar illegal via Bestechung, Schmiergeld oder anderer Korruptionsmechanismen umgeleitet haben. Der Weltverband sieht sich als Opfer, diese können nach US-Recht von Verurteilten Entschädigung verlangen.

Fifa gibt erstmals Stimmenkauf 1998 und 2010 zu - In dem 22-seitigen Schreiben gibt die Fifa erstmals öffentlich an, dass es bei den Vergaben der Weltmeisterschaften 1998 und 2010 zu Stimmenkauf gekommen ist. Es sei nun offenkundig, dass mehrere Mitglieder des damaligen Exekutivkomitees ihre Position missbraucht und ihre Stimmen bei mehreren Gelegenheiten verkauft hätten, schreibt der Weltverband. "Der Schaden, der von der Habgier der Angeklagten angerichtet wurde, kann nicht übertrieben dargestellt werden", heißt es zusammenfassend.

"Die überführten Angeklagten haben ihre Positionen des Vertrauens, die sie bei der Fifa und anderen internationalen Fußball-Organisationen innehatten, missbraucht und haben der Fifa, ihren Mitgliedsverbänden und der Fußball-Gemeinschaft schweren und dauerhaften Schaden zugefügt", sagte Fifa-Präsident Gianni Infantino zu dem juristischen Schritt. "Die Fifa will das Geld zurück, und wir sind entschlossen, es zu bekommen, egal, wie lange es dauern wird."

Angeklagt sind in den USA 41 Personen. Das Recht auf Schadenersatz hat der Weltverband bei denen, die sich bereits schuldig bekannt haben, dies noch tun oder rechtskräftig verurteilt sind. 171 Millionen Euro sind bislang als Strafzahlungen von den Ex-Funktionären an die US-Justiz geleistet wurden, 90 Millionen Euro liegen auf eingefrorenen Konten.

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