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Gehirnerschütterung erhöht Suizidrisiko

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Baku, 16. Februar, AZERTAC

Das Risiko eines Selbstmords wird durch Gehirnerschütterungen um das Dreifache erhöht, so die Ergebnisse einer kanadischen Studie. Noch größer ist die Gefahr eines Suizids, wenn die Gehirnerschütterung an einem Wochenende eintritt. Männer haben zudem eine doppelt so hohe Suizidrate wie Frauen, heißt es.

Die Ergebnisse der Studie, die im "Canadian Medical Association Journal" veröffentlicht wurde, bestätigen frühere Untersuchungen. Diese deuteten darauf hin, dass Gehirnerschütterungen bleibende physiologische Veränderungen auslösen können, die einem medizinischen Scanner verborgen bleiben. Dabei soll es sich um Störungen des Botenstoffs Serotonin im Hormonhaushalt handeln, welcher zum Wohlbefinden beiträgt.

Symptome wie Schwindel oder Kopfschmerzen würden nach einer Gehirnerschütterung schnell abklingen - deshalb neigten Ärzte dazu, die langfristigen Auswirkungen zu unterschätzen, so die Erkenntnisse der kanadischen Forscher. Würden die Folgen von Gehirnerschütterungen stärker beachtet, ließe sich umfassendere Suizidprävention betreiben. Das könnte Leben retten: In Kanada gibt es den Angaben zufolge pro Jahr 400.000 Fälle von Schädel-Hirn-Trauma, in den Vereinigten Staaten vier Millionen. In beiden Ländern gehört Selbstmord zu den häufigsten Todesursachen.

Die Studienautoren untersuchten die Krankengeschichte von 235.110 Patienten mit einem durchschnittlichen Alter von 41 Jahren, die im Laufe von 20 Jahren in der kanadischen Provinz Ontario eine Gehirnerschütterung erlitten.

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