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Geoforscher finden Hinweise auf Diamanten

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Baku, den 19. Dezember (AZERTAG). In der eisigen Antarktis befinden sich wahrscheinlich Lagerstätten von Diamanten. Dies folgern Geoforscher aus einer detaillierten Analyse von Gestein im Osten des Kontinents. Ein Abbau wäre frühestens im Jahr 2041 möglich.

Der Streit um Bodenschätze in der Arktis ist bereits in vollem Gange. Nun könnte eine Studie neue Begehrlichkeiten auf der anderen Seite der Erde wecken. In der Antarktis lagern womöglich Diamanten, berichten Gregory Yaxley von der Australian National University und seine Kollegen im Fachblatt „Nature Communications“. Die Geowissenschaftler entdeckten in den Prince Charles Mountains im Osten des Kontinents Kimberlit-Gestein, das Diamanten enthalten kann.

Diamanten entstehen unter ungeheurem Druck und starker Hitze im Erdmantel in mindestens 150 Kilometern Tiefe. Durch vulkanische Aktivitäten können sie nach oben in die Erdkruste gelangen. Meist finden sie sich in magmatischem Kimberlit-Gestein. Dieses wurde auf allen größeren Kontinenten gefunden, in die sich der Urkontinent Gondwana aufspaltete - in Afrika, Indien, Südamerika und Australien, nicht aber in der Antarktis.

Die Forscher um Gregory Yaxley berichten nun von drei Kimberlit-Proben, die von den Südosthängen des Mount Meredith im Norden der Prince Charles Mountains stammen. Das Gestein ist etwa 120 Millionen Jahre alt. Zu jener Zeit drifteten der indische Subkontinent und Australien-Antarktis auseinander, wobei der Vorläufer des Indischen Ozeans entstand. Bei diesem tektonischen Prozess drang das Kimberlit-Gestein offenbar entlang des 700 Kilometer langen Lambert-Grabens, wo die Erdkruste besonders dünn ist, an die Oberfläche.

„Wir haben nur Gestein entdeckt, das häufig Diamanten enthält“, betonte Robert Larter vom British Antarctic Survey. Diamanten seien nicht gefunden worden.

Durchs Madrider Protokoll geschützt - Das 1991 abgeschlossene Madrider Protokoll verbietet die Förderung von Bodenschätzen in der Antarktis bis zum Jahr 2041. Der Fund erhöht aber womöglich das kommerzielle Interesse an der Ausbeutung des Kontinents. Die Unterzeichner des Antarktis-Vertrags könnten sich beispielsweise mehrheitlich darauf einigen, dass ab 2041 Bodenschätze gefördert werden dürfen. Umweltschützer haben dagegen große Bedenken.

„Wir wissen nicht, was die Vertragspartner im Jahr 2041 über den Abbau von Bodenschätzen denken und welche Technologien dann existieren, die eine Förderung von Mineralien in der Antarktis ökonomisch interessant machen könnten“, sagte Kevin Hughes vom Scientific Committee on Antarctic Research (SCAR). Ein weiteres Problem seien Länder, die das Antarktis-Protokoll nicht unterschrieben hätten. Diese seien nicht daran gebunden.

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