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Gewaltige Wassermassen im Erdinneren

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Baku, den 14. Juni (AZERTAG). Tief im Erdinneren vermuten Forscher gewaltige Wasservorkommen. Erdbebenwellen und Laborexperimente zeigen. Im Erdmantel gibt es so viel Wasser wie in allen Ozeanen zusammen.

Im März hatten Wissenschaftler von neuen Hinweisen berichtet, dass es im Erdmantel große Mengen Wasser geben könnte. Sie fanden in Brasilien einen kleinen Diamanten, der das Mineral Ringwoodit umschließt.

Ringwoodit entsteht im unteren Teil der Übergangszone in 520 bis 660 Kilometern Tiefe unter sehr hohem Druck. Aufgrund seiner Struktur kann es Wasser einbinden - allerdings nur maximal drei Prozent seines Gewichtes, wie Forscher durch Experimente herausfanden.

Unklar aber blieb, ob dies in der Tiefe auch tatsächlich der Fall ist. Nun liefern Wissenschaftler um Brandon Schmandt von der University of New Mexico im Fachmagazin „Science“ neue Belege für Wassermassen im Erdinnern.

Um herauszufinden, wie viel Wasser das Ringwoodit speichern kann, verwendeten die Geologen drei Methoden: Sie setzten das Mineral der Temperatur und dem Druck aus, die in 660 Kilometern Tiefe herrschen - rund 1600 Grad und das etwa 300.000fache des Luftdrucks in der Atmosphäre.

Wasser schmilzt Gestein - Im Computer wurden die Bewegungen in der Mantelübergangszone mit unterschiedlichem Wassergehalt des Ringwoodits simuliert. Zudem werteten die Forscher große Mengen an Daten eines Netzes von Seismografen aus, die Erdbebenwellen aufzeichnen. Die Schnelligkeit der Wellen gibt Auskunft über das Gestein in der Tiefe.

Aufgrund dessen stellen sich die Wissenschaftler die Vorgänge an der Grenze von oberem und unterem Erdmantel so vor: Ringwoodit wird durch das Abtauchen früherer Erdplatten in den unteren Erdmantel gezogen.

Das Mineral enthält 15-mal so viel Wasser wie das umgebende Gestein, weshalb Wasser in die angrenzende Schicht driftet. Dort sorgt es dafür, dass das feste Gestein teilweise aufgeschmolzen wird.

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