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Gewinn der Apple-Aktien

Baku, 1. Februar, AZERTAC

Tim Cook hat vielleicht sein schwerstes Jahr bei Apple hinter sich: Die letzten drei Quartale in Folge musste der Konzernchef über sinkende Umsätze informieren. Und das im Oktober 2016 abgeschlossene Geschäftsjahr war das erste seit 2001, das Apple insgesamt mit einem Umsatzrückgang beendete.

Trotz nach wie vor gigantischer Umsätzen und Gewinne nörgelten die Investoren über diese Entwicklung. Sie mussten schlicht akzeptieren, dass aus Apple ein normales Unternehmen wurde, das eben langsamer wächst.

Viele Anleger schmissen deshalb ihre jahrelang geliebten Apple-Aktien aus ihren Depots: Zwischen Mai 2015, als das Papier sein Allzeithoch erreichte, und Mai 2016 verlor es fast ein Viertel seines Werts. An der Wall Street gehörte es zum guten Ton, dem wertvollsten Unternehmen der Welt den Untergang zu prophezeien.

Doch nun hat der Konzern in Cupertino Zahlen für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres vorgelegt, die wieder Hoffnung machen. Im Quartal bis Ende Dezember erzielte Apple einen Umsatz von 78,4 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Insgesamt verkaufte der Konzern rund 78 Millionen iPhones, fast fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Oder anders gesagt: Apple verkauft derzeit weltweit rund 590 iPhones pro Minute und hat Schwierigkeiten, der großen Nachfrage Herr zu werden.

Wegen der starken Zahlen legte die Apple-Aktie im nachbörslichen Handel prompt um fast drei Prozent zu.

Hat die iPhone-Company also den Turnaround geschafft? "Apple ist zumindest zurück in der Spur und wächst wieder ordentlich", sagt Daniel Kröger, Fondsmanager bei der Frankfurter Fondsgesellschaft Acatis.

Tatsächlich zeigen die Zahlen: Apple ist in seinem Hauptgeschäft immer noch richtig stark, der Konzern bleibt die größte Gewinnmaschine, die die Welt je gesehen hat. Denn trotz eines geringen Marktanteils (rund 13 Prozent weltweit) verdient der US-Konzern so gut wie kein anderer im Smartphone-Geschäft. Laut einer Studie von Strategy Analytics strich Apple zuletzt 91 Prozent aller Gewinne des gesamten Smartphone-Markts ein. Die Konkurrenten Samsung, Huawei & Co dürfen sich um den kleinen Rest streiten.

Längst wissen Investoren, dass diese Stärke aber auch Apples größte Schwäche offenbart. Die Firma sei zu abhängig vom iPhone, heißt es seit Jahren. Schließlich erzielt der Konzern fast 70 Prozent seiner Umsätze mit seiner Smartphone-Sparte. Doch immer weniger Menschen ersetzen ihre alten Smartphones sofort, wenn es neue auf dem Markt gibt. "Smartphones sind inzwischen technologisch so weit entwickelt, dass sie die alltäglichen Bedürfnisse eines jeden Nutzers erfüllen. Die Kunden kaufen sich deshalb meistens erst ein neues Smartphone, sobald das alte kaputt gegangen ist", sagte Barclay-Analyst Mark Moskowitz dem Tech-Portal "CNET".

Anleger gehen deshalb fest davon aus, dass Apple im September ein neues iPhone auf den Markt bringt, das wieder für revolutionäre Innovationen steht. Apple-Kenner erwarten zum Beispiel ein Gerät, das drahtlos geladen werden kann und eine 3D-Sensortechnik integriert hat.

Apple-Analysten mehrerer US-Banken prophezeien deshalb, dass die iPhone-Verkäufe im Jahr 2018 wieder um 20 Prozent zulegen werden. "Das iPhone 8 könnte einen neuen Super-Zyklus auslösen und Apple damit zum explosiven Wachstum vergangener Jahre zurückführen", schreibt ein Analyst der US-Bank Morgan Stanley in einer Studie.

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