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Hamilton lobt eigenen Kampfgeist

Baku, 19. Dezember, AZERTAC

Lewis Hamilton mag die Weltmeisterschaft 2016 gegen Nico Rosberg verloren haben, doch wer den Briten kennt, der weiß, dass er sich für den talentierteren der beiden Mercedes-Piloten hält. Das hat nicht zuletzt die Aussage bei der FIA-Gala in Wien gezeigt, als er betonte, Rosberg habe das erste Mal in 18 Jahren gewonnen. Misserfolge verdrängt der dreimalige Weltmeister am liebsten schnell wieder und von schlechten Rennen seinerseits will er kaum etwas wissen. So spontan fallen ihm nämlich auf diese angesprochen keine ein.

"Könnt ihr mich an meine schlechten Rennen erinnern?", fragt er in eine anwesende Presserunde. "Ich bin sicher, dass es da einige gab, aber ich kann nicht ... Wirklich nicht", stammelt er, bevor er in seinem Hinterkopf doch noch zwei Rennen findet. Neben Singapur, wo er im gesamten Wochenendverlauf keine Chance gegen Rosberg hatte, nennt er noch Baku, wo er nur Fünfter werden konnte.

"Aber das war nicht wirklich meine Schuld", winkt er ab und schiebt einer "sonderbaren Motoreneinstellung" den Schwarzen Peter zu. Überhaupt sieht er an der Saison 2016 nur eine negative Sache, und das ist die schlechte Zuverlässigkeit. "Während der Testfahrten ist das Auto mit dem gleichen Motor ununterbrochen gelaufen, und dann hatten wir solche Probleme in der Saison", hadert Hamilton.

Hamilton lobt eigenen Kampfgeist - Tiefpunkte waren für ihn dabei vor allem die Rennen in China, Russland und Belgien, als er nach Austauschen bestimmter Teile strafversetzt wurde - und der Grand Prix von Malaysia, als ihn der Motorschaden in Führung liegend wohl die WM gekostet hat. Trotzdem hegt er keinen Groll gegen das Team und stellt die gute Arbeit heraus, die Mercedes bei der Analyse der Probleme geleistet hat, damit sie nicht wieder vorkommen.

"Das nehmen wir als Team in das nächste Jahr mit, in dem wir hoffentlich stärker sein und keine Probleme damit haben werden", so Hamilton, der sich selbst angesichts der Umstände aber ein gutes Zeugnis ausstellt. "Ich habe immer mit Kampfgeist zurückgeschlagen, und darauf kann ich stolz sein, wenn ich über die Ziellinie fahre", sagt er angesichts der regelmäßigen Podestplätze, wenn er von weiter hinten starten musste oder mal wieder einen schlechten Start hatte. "Ich habe immer alles gegeben."

Blick geht gen Zukunft - An einzelne Rennen kann sich der 31-Jährige dabei aber nicht erinnern, von daher lohne sich ein Blick zurück auch gar nicht, wie er meint. Sehr wohl erinnert er sich aber generell an negative Situationen, "weil man durch diese seine Siege besser realisiert und sie auch mehr zu schätzen weiß", so Hamilton, der 2016, wie er sagt, eine Menge gelernt hat und enorm gewachsen sei.

Doch damit ist das Jahr für ihn auch abgehakt. Er beschäftigt sich nur noch mit der Zukunft, in der er den Titel unbedingt wieder zurückerobern möchte. "Ich weiß um meine Fähigkeiten, die ich von Zeit zu Zeit gezeigt habe, und ich werde das auch in Zukunft weiter machen", verspricht er.

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