WISSENSCHAFT & TECHNOLOGIE


Hightech-Sonde „Rosetta“ nähert sich endlich ihrem Zielkometen

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Baku, den 6. August (AZERTAG). Rund sechs Milliarden Kilometer hat die Weltraumsonde „Rosetta“ schon zurückgelegt. Jetzt nähert sich die Hightech-Sonde endlich ihrem Zielkometen. Der Countdown für ein Manöver voller Risiken beginnt. Nach gut zehn Jahren Flug erreicht die Weltraumsonde "Rosetta" endlich ihr Ziel, den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Am 6. August kann die Sonde auf eine Umlaufbahn um „Tschuri“ gebracht werden, hat die europäische Raumfahrtagentur Esa berechnet. Dann beginnt die Suche nach einem Landeplatz für „Philae“, die Landeeinheit der einzigartigen Mission. Im November soll schlussendlich das Minilabor auf dem Kometen aufsetzen. „So etwas hat noch niemand gemacht“, sagt Esa-Flugdirektor Paolo Ferri.

Das gut eine Milliarde Euro teure Projekt steckt voller Premieren und Superlativen: Nie zuvor wurde die Energie einer Raumsonde in so großer Sonnenentfernung von Solarzellen geliefert. Noch nie zuvor schwenkte eine Sonde auf eine Umlaufbahn um einen Kometen ein. Und noch nie wurde ein Forschungsmodul darauf abgesetzt.

Ziel der Mission ist es, einen der ursprünglichsten Himmelskörper überhaupt zu erkunden: Kometen sind die wahrscheinlich ältesten und gleichzeitig weitgehend unveränderten Reste der gigantischen Staubscheibe, aus der vor 4,6 Milliarden Jahren unser Sonnensystem entstand. Sie sind zu kalt und zu klein, ihre Schwerkraft ist zu gering, als dass chemische oder geologische Prozesse sie hätten verändern können.

Zur Erde geschickte Bilder des Kamerasystems an Bord zeigten kürzlich, dass der Komet nicht wie erwartet einer Kartoffel ähnelt, sondern eher einer schnabellosen Gummi-Ente.

Gestartet war „Rosetta“ am 2. März 2004. Auf ihrer Reise durchs Sonnensystem wurde sie für 957 Tage in einen Tiefschlaf versetzt, um Energie zu sparen. Nach dem Weckruf am 20. Januar 2014 legte sie als Kometenjägerin wieder richtig los, testete Systeme und schickte Bilder. Zur Freude der Forscher gab es keine großen Probleme - was keineswegs selbstverständlich war: Die Instrumente waren zehn Jahre ohne jede Wartung unterwegs.

Im November wird „Rosetta“ etwa 480 Millionen Kilometer von der Erde entfernt sein - insgesamt hat sie dann schon mehr als 6,4 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Auf dem Rücken des Kometen soll „Philae“ begleitet von “Rosetta“ Richtung Sonne fliegen. Bis August 2015 wird sich das Dreiergespann dem Feuerball auf 195 Millionen Kilometer nähern - mit Teleskopen ist der Komet dann auch von der Erde aus zu sehen.

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