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Hollywoodstar Robin Williams ist tot

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Baku, den 12. August (AZERTAG). Der US-Schauspieler Robin Williams ist Medienberichten zufolge tot in seinem Haus aufgefunden worden. Das teilte die Polizei in Kalifornien mit. Durch Filme wie „Good Will Hunting“, „Good Morning, Vietnam“ und „Club der toten Dichter“ erlangte er Weltruhm. Williams wurde 63 Jahre alt.

Um kurz vor Mittag Ortszeit ging der Notruf bei der Polizei ein. Nur wenige Minuten später waren die Beamten vor Ort in Robin Williams Anwesen in Marin County bei San Francisco. Sie konnten nur noch den Tod des 63-Jährigen feststellen.

Kurz darauf veröffentlichte seine Frau Susan Schneider eine Erklärung: „Heute Morgen habe ich meinen Ehemann und meinen besten Freund verloren und die Welt einen ihrer beliebtesten Schauspieler und liebenswürdigsten Menschen. Mein Herz ist völlig gebrochen.“

Es bestehe der Verdacht auf Selbsttötung, teilte das Büro des zuständigen Sheriffs mit. Eine vorläufige Untersuchung deute auf Tod durch Ersticken hin. Weitere Tests sollen aber folgen.

Dieser Tod mag auf den ersten Blick so gar nicht passen zu einem Schauspieler und Komiker, der wie ein Wirbelwind durch sein Leben fegte.

Durch die Rolle als Radio-DJ während des Vietnamkriegs in „Good Morning Vietnam“ wurde Williams 1987 einem breiten Publikum bekannt, da war er aber schon etliche Jahre aktiv.

In Chicago geboren, wollte er eigentlich Politikwissenschaft studieren, absolvierte dann aber doch lieber die Schauspielschule in New York. Nebenher verdiente er Geld als Stand-Up-Comedian in Clubs. Er galt immer als Meister des spontanen Gags, zum Beispiel in der Fernsehserie „Mork vom Ork“.

Was viele nicht wussten: Williams trank, nahm Kokain. Doch er habe es geschafft, die Sucht in den Griff zu bekommen, erzählte er vor ein paar Jahren im Interview beim Fernsehsender ABC: „Ich wurde Vater, da wollte ich nicht zugekokst sein. Da wird dir klar: Du hast eine Verantwortung, die größer ist als du selbst.“

Seit Mitte der 80er war Williams trocken und trat verstärkt in ernsthaften Filmen auf, etwa im „Club der toten Dichter“. Williams spielt einen Privatschullehrer, der in den verklemmten 50er-Jahren versucht, seinen Schülern die Liebe zur Literatur zu vermitteln.

Ernsthaft oder lustig - Robin Williams ließ sich nicht festlegen auf einen Typ. Als „Mrs. Doubtfire“ trägt er Frauenkleider, um nach der Trennung von seiner Frau als Kindermädchen seinen Kindern nahe sein zu können. Den Oscar aber bekam er 1998 für seine Darstellung eines Therapeuten in "Good Will Hunting“ an der Seite von Matt Damon.

2006 dann ein Rückfall: Williams trank wieder und ging sofort in Entzug. In der Sendung „Access Hollywood“ nannte er den Rückfall einen Weckruf: Wenn man seine Standards schneller verletze, als man sie senken könne, dann sei es Zeit, in die Klinik zu gehen. Immer wieder hatte Robin Williams medizinische Probleme, vor fünf Jahren bekam er eine neue Herzklappe.

Doch Williams arbeitete weiter. Als er voriges Jahr mit „The Crazy Ones“ wieder eine eigene Fernsehsendung bekam, genügte im Trailer ein Satz von ihm: „I'm back.“ Er war zurück, doch nicht für lange. Weder beim Publikum noch bei den Kritikern kam die Show an. Im Mai, nach nur einer Staffel, setzte CBS die Serie wieder ab. Williams wandte sich wieder der großen Leinwand zu, mindestens zwei Filme sind abgedreht und sollen demnächst ins Kino kommen.

Zu seinem Tod veröffentlichte seine Pressesprecherin eine Erklärung, dass Williams zuletzt an schweren Depressionen gelitten hatte. Die Beileidsbekundungen sind kaum noch zu zählen: Steve Martin, Goldie Hawn, Ellen DeGeneres, sogar Präsident Obama:

„Er war Soldat, Arzt, Geist aus der Flasche, Kindermädchen, Präsident, Professor, ein lärmender Peter Pan und alles dazwischen. Er kam als Außerirdischer in unser Leben, aber letztlich berührte er jede Faser des menschlichen Geistes. Er brachte uns zum Lachen. Er brachte uns zum Weinen.“

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