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Hunderttausende Textilarbeiter streiken gegen Hungerlöhne

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Baku, den 30. Dezember (AZERTAG). Sie verdienen nur gut 2,30 Euro pro Tag - nun kämpfen sie für ihre Rechte. In Kambodscha verschärft sich der Protest in der Textilbranche. Hunderttausende Arbeiter streiken, die meisten Fabriken haben die Produktion eingestellt.

Der Streit um höhere Löhne in Kambodschas Textilbranche verschärft sich. Die meisten Textilfabriken im Land haben mittlerweile geschlossen. Zwei Drittel der 600.000 Beschäftigten seien nicht am Arbeitsplatz, sagte Kong Athit von der Textilarbeitergewerkschaft am Montag. Einige Fabriken werden bestreikt, bei anderen haben die Fabrikbesitzer die wütenden Arbeiter selbst ausgeschlossen.

Die Regierung hatte den Mindestlohn gerade von umgerechnet gut 58 auf rund 69 Euro pro Monat erhöht. Es war der größte Lohnsprung seit mehr als einem Jahrzehnt. Doch konnte er kaum die steigenden Verbraucherpreise ausgleichen. Unterm Strich befinden sich die Löhne so auf dem Niveau des Jahrs 2000. Die Gewerkschaften fordern daher einen monatlichen Mindestlohn von 116 Euro.

Der Textilsektor ist die größte Exportindustrie Kambodschas. Die Einkünfte belaufen sich 2013 auf mehr als fünf Milliarden Dollar. Die Branche liefert vor allem in die USA und nach Europa. Sollten die Massenstreiks länger andauern, könnte dies das Wirtschaftswachstum des gesamten Landes bremsen, schätzen Ökonomen laut „Wall Street Journal“.

Insgesamt befinden sich 795 Textil- und Schuhfabriken in Kambodscha. Hersteller bevorzugen das Land wegen seiner niedrigen Löhne, mittlerweile sind Streiks jedoch an der Tagesordnung. Allein von Januar bis November traten Arbeiter 131 Mal in den Ausstand.

Viele der Textilarbeiter beteiligten sich in den vergangenen Tagen auch an Protesten gegen die Regierung. In der Hauptstadt Phnom Penh hatten Tausende Demonstranten den Rücktritt von Ministerpräsident Hun Sen und vorgezogene Neuwahlen gefordert. Mehr als 30.000 Arbeiter hätten an den Protestmärschen teilgenommen, berichteten Lokalmedien.

 

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