WIRTSCHAFT


Immobilienmarkt in China

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Baku, den 22. Oktober (AZERTAG). Der Immobilienmarkt in China scheint sich zu überhitzen. Im September waren Häuser und Wohnungen in chinesischen Großstädten um mehr als neun Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Mancherorts stiegen die Preise gar um ein Fünftel.

So stark haben sich Wohnungen und Häuser seit fast drei Jahren nicht mehr verteuert. In den 70 wichtigsten Großstädten Chinas zogen die durchschnittlichen Preise für Wohnimmobilien im September um 9,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an. Im August hatte das Plus laut dem staatlichen Statistikamt noch bei 8,3 Prozent gelegen. Experten zufolge droht der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt eine Immobilienblase.

Den Statistikern zufolge verteuerten sich die Immobilien in 69 der 70 untersuchten Städte, in 13 Städten war der Anstieg sogar zweistellig. Vor allem in den größten Metropolen schnellten die Preise besonders stark nach oben: in Peking um 16 Prozent, in Shanghai in 17 Prozent und in Guangzhou sowie Shenzhen um rund 20 Prozent. Noch zu Jahresbeginn lagen die Steigerungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

„Es gibt Signale für eine Überhitzung in den wichtigsten Städten“, sagte Wang Juelin, früher stellvertretender Forschungschef im Wohnungsbau-Ministerium. „Die Regierung sollte Maßnahmen einleiten oder zumindest bestehende umsetzen.“ So hatte die Regierung etwa Städte wie Peking und Shanghai angewiesen, mehr Wohnbaugebiete auszuweisen. „In den kommenden Monaten dürften einige gezielte Maßnahmen folgen“, erwartet UBS-Ökonom Harrison Hu. Er rechnet etwa mit strengeren Regeln für den Verkauf von Luxuswohnungen.

Eingriff der Führung in Peking erwartet - Allerdings steckt die Regierung in Peking in der Zwickmühle: Der chinesische Immobilienmarkt gilt einerseits zusammen mit dem großen und weitgehend unregulierten Schattenbankensektor sowie der hohen Verschuldung der Provinzen als Achillesferse der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Zudem gelten Immobilien bei Chinesen als sichere Investition - je weniger sich Haus oder Wohnung leisten können, desto stärker steigt die Unzufriedenheit.

Der Häusermarkt ist für die chinesische Wirtschaft andererseits von hoher Bedeutung, da er für einen wesentlichen Teil des Wachstums verantwortlich ist. Die Regierung darf den Markt also nicht zu stark abwürgen.

Wang Jung der staatlichen Denkfabrik China Centre for International Economic Exchanges geht davon aus, dass die Kommunistische Partei das Problem bei ihrem nächsten Plenum angehen werde. So könnte der Bau preiswerter Wohnungen beschleunigt und die Immobiliensteuern ausgedehnt werden. Immobilienentwickler könnten zudem neue Finanzierungsmöglichkeiten erhalten.

 

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