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In Brasilien protestierten gegen Präsidentin Rousseff und Lula

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Baku, 17. März, AZERTAC

Tausende sind in Brasilien spontan auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen Präsidentin Rousseff, die ihren Amtsvorgänger Lula in die Regierung holen will. Für zusätzliche Aufregung sorgt ein abgehörtes Telefonat.

Sie versammelten sich zu Tausenden in 18 Bundesstaaten: In Brasilien haben vielerorts Menschen gegen die Ernennung des früheren Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva zum Minister protestiert. Wie AZERTAC unter Berufung auf die ausländischen Presseberichte mitteilt, setzte die Polizei in der Hauptstadt Brasília Tränengas gegen Demonstranten ein.

Die protestierenden Brasilianer forderten den Rücktritt von Staatschefin Dilma Rousseff und verurteilten die Ernennung des unter Korruptionsverdacht stehenden Lula zum Kabinettschef.

Zuvor hatte Ermittlungsrichter Sérgio Moro die Veröffentlichung eines abgehörten Telefonats genehmigt. Die Opposition interpretiert die Aussagen in dem Gespräch so: Rousseff soll Lula gesagt haben, ihn mit der Ernennung vor einer möglichen Verhaftung bewahren zu wollen. Die Präsidentin kritisierte die Veröffentlichung des Mitschnitts scharf. Offiziell soll der Ex-Staatschef dabei helfen, Brasiliens Wirtschaftskrise zu bekämpfen.

Gegen den 70-Jährigen laufen Korruptionsermittlungen, unter anderem wegen Ungereimtheiten bei einem Luxusapartment an der Atlantikküste. Die Staatsanwaltschaft São Paulo hat sogar deshalb Untersuchungshaft beantragt. Mit dem Aufrücken in die Regierung werden die Hürden für einen Prozess deutlich höher, weil nur der Oberste Justizgerichtshof über das Vorgehen gegen ihn urteilen kann.

In Brasilien wird gegen 57 Politiker wegen Schmiergeldzahlungen bei Auftragsvergaben des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras ermittelt. Der Skandal hat das Vertrauen in die seit 2003 regierende linke Arbeiterpartei schwer erschüttert. Die Opposition wirft Rousseff vor, von dem Korruptionsnetz gewusst zu haben.

Bereits hatten mehr als drei Millionen Menschen für die Amtsenthebung der Präsidentin demonstriert. Ihre Amtszeit läuft regulär erst 2018 ab.

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