WIRTSCHAFT


In China gesetzte Zielmarke verfehlt

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Baku, den 16. April (AZERTAG). Chinas Wirtschaft ist im ersten Quartal langsamer gewachsen, die von der Regierung in Peking gesetzte Zielmarke von 7,5 Prozent wurde verfehlt. Das Land steuert auf das niedrigste Wachstum seit 1990 zu.

Die Konjunktur in China hat sich im ersten Quartal spürbar abgekühlt. Die Wirtschaft des Landes wuchs von Januar bis März nur noch um 7,4 Prozent. Dies liegt unter dem selbstgesteckten Ziel der Pekinger Regierung, die auf das Gesamtjahr bezogen ein Wachstum von 7,5 Prozent anstrebt. Zuletzt war die inzwischen zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt im Jahr 1990 schwächer gewachsen.

Noch im letzten Quartal des vergangenen Jahres hatte die Wirtschaftsleistung Chinas um 7,7 Prozent zugelegt. Zwar hatte die Wachstumsrate bezogen auf ein Quartal vor eineinhalb Jahren sogar noch etwas niedriger gelegen als zu Beginn dieses Jahres, damals zog sie aber rasch wieder an.

Das ist für dieses Jahr nicht zu erwarten, auch wenn das Statistikamt in Peking davon spricht, dass sich die Wirtschaft „insgesamt stabil“ entwickle und Analysten für den März leichte Verbesserungen feststellten. Immerhin rechnet unter anderem der Internationale Währungsfonds (IWF) damit, dass das Regierungsziel von 7,5 Prozent auch erreicht - und nicht noch weiter unterboten - wird. In den vergangenen zwei Jahren war die Wirtschaftsleistung noch um jeweils 7,7 Prozent gestiegen.

Besonders betroffen von der Konjunkturschwäche war der chinesische Außenhandel, der im ersten Quartal um ein Prozent schrumpfte. Die heimische Nachfrage entwickelte sich im Gegensatz dazu nicht schlecht: Der Einzelhandel legte nach Abzug der Inflation um 10,8 Prozent zu.

Gefahr durch Schattenbanken und faule Kredite - Der zuletzt überhitzte Immobilienmarkt kühlte sich etwas ab. Die Wohnungs- und Hausverkäufe nahmen im ersten Quartal um 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ab. Investitionen in Immobilien stiegen nur noch um 16,8 Prozent und damit um 2,5 Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor.

Die Wachstumsschwäche in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde wird international mit Sorge verfolgt. So hält der IWF vor allem andere Schwellenländer für besonders gefährdet. China braucht laut der Regierung in Peking ein Plus von mindestens 7,2 Prozent für einen stabilen Arbeitsmarkt. Damit könnten jährlich zehn Millionen Jobs geschaffen und die Arbeitslosenquote in den großen Städten auf etwa vier Prozent beschränkt werden.

Nach vielen Jahren zweistelligen Wachstums strebt die chinesische Regierung eine nachhaltigere Entwicklung und Umstrukturierung der Wirtschaft an. Dafür sollen auch niedrigere Wachstumsraten als bisher in Kauf genommen werden, solange genug Arbeitsplätze geschaffen werden können. Eine große Gefahr sind aber faule Kredite und mögliche Pleiten in dem ausufernden Schattenbankenwesen.

 

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