WIRTSCHAFT


In Chinas Industrie ist die Stimmung so schlecht wie zuletzt zu Zeiten der weltweiten Wirtschaftskrise

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Baku, 23. September, AZERTAC

In Chinas Industrie ist die Stimmung so schlecht wie zuletzt zu Zeiten der weltweiten Wirtschaftskrise. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex fiel überraschend stark. An den Börsen geht es deshalb abwärts.

Gerade hatte China den Absturz am Aktienmarkt gestoppt, da sorgen neue schlechte Nachrichten für Unruhe: Ein wichtiger Frühindikator für die Konjunktur des Landes ist auf den niedrigsten Stand seit sechseinhalb Jahren gefallen.

Der Einkaufsmanagerindex der verarbeitenden Industrie (PMI), der die Stimmung der produzierenden Unternehmen misst, ging im September von 47,3 auf 47 Punkte zurück. Das berichtete das chinesische Wirtschaftsmagazin „Caixin“ am Mittwoch in einer vorläufigen Schätzung, endgültige Zahlen werden am 1. Oktober erwartet.

Der Rückgang kam überraschend. Analysten hatten im Durchschnitt mit 47,5 Punkten gerechnet. Werte über 50 Punkte deuten auf einen Aufschwung in der Wirtschaft hin, während darunter von einem Abschwung auszugehen ist.

So schlecht wie zu Zeiten der weltweiten Krise 2009 - Sollte sich die Schätzung bestätigen, ist der Index auf den tiefsten Stand seit März 2009 gefallen. Damals hatten die Auswirkungen der Finanzkrise die Weltwirtschaft in eine Rezession gestürzt.

Dass die Stimmung nun ähnlich schlecht ist wie damals, beunruhigt viele Beobachter. „Die Daten zeigen, wie stark die schwache globale Nachfrage das Wachstum bremsen kann“, kommentierte Julia Wang, China-Expertin bei der britischen Bank HSBC.

Zuletzt war die chinesische Volkswirtschaft um sieben Prozent gewachsen. Was sich nach viel anhört, war für das aufstrebende Land der schwächste Wert seit 2008. Zudem äußerten ausländische Experten zunehmend Zweifel an der Zuverlässigkeit der chinesischen Zahlen.

Chinas Präsident Xi Jinping zeichnete unmittelbar vor Bekanntwerden der neuen Daten noch ein positives Bild der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Wirtschaft befinde sich in einer „ordnungsgemäßen Spanne“, sagte Xi am Dienstag während eines Staatsbesuchs in den USA. Die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft sei in den vergangenen Monaten unter Druck geraten. Jedoch sei das wegen der komplexen und volatilen Lage der Weltwirtschaft erwartet worden.

An der Börse wurden die Konjunkturdaten negativ aufgenommen. Der Index CSI 300 fiel um mehr als zwei Prozent. In Hongkong ging es für den Hang Seng Index sogar drei Prozent abwärts. Auch der Ölpreis gab nach.

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