GESELLSCHAFT


In Südafrika viele Nashörner getötet

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Baku, 12. Mai, AZERTAC

2014 töteten Wilderer in Südafrika so viele Nashörner wie nie zuvor, sie verkauften geschätzte 8000 Kilo Hörner auf dem Schwarzmarkt. Nun wurden 38 Kilo entdeckt - in Vietnam.

Die Polizei in Vietnam hat 38 Kilo geschmuggelte Nashorn-Hörner sichergestellt. Sie nahm zwei Männer fest. Die Männer hatten die Hörner im Schwarzmarktwert von bis zu drei Millionen Euro in Taschen versteckt und wurden festgenommen, als sie in der Provinz Nghe An im Norden des Landes aus einem Zug stiegen, wie ein Polizeisprecher am Montag mitteilte. Einer der beiden sagte, er sei lediglich als Kurier angeheuert gewesen.

Auf dem Schwarzmarkt werden bis zu 80.000 US-Dollar für ein Kilo Horn gezahlt, es ist teurer als Gold oder Heroin. Ein vollständiges Nashorn-Horn wiegt zwischen einem und zehn Kilogramm; die afrikanischen Tiere haben zwei Hörner, ein großes und ein kleines.

Die hohen Preise entstehen vor allem durch die riesige Nachfrage in Fernost. Besonders die neue Mittelschicht möchte sich mit exotischen Tierprodukten wie Elfenbein, Bärengalle oder Tigerknochenpaste schmücken, es sind Prestigeobjekte, die den sozialen Aufstieg symbolisieren.

Besonders beliebt ist Nashorn-Mehl. Es wird in Vietnam unter anderem zum Fiebersenken, Schmerzlindern und gegen schwere Krankheiten in der traditionellen Medizin verwendet - auch wenn es keinerlei wissenschaftlichen Nachweis gibt, dass die Methode helfen würde. Das Horn besteht wie menschliche Fingernägel oder Haare hauptsächlich aus Keratin, einer Substanz, die keinerlei medizinische Wirkung hat.

Südafrikanische Sicherheitskräfte jagen Wilderer mit Spezialkräften, mit Polizei und Militärs. Mit Drohnen suchen sie das riesige Gebiet des Krüger-Parks ab, auf dem Schätzungen der Parkdirektion zufolge jeden Tag im Schnitt 15 Wilderergruppen auf die Jagd gehen. Das Geschäft der Nashorn-Wilderer nachzeichnen wollten, gerieten jüngst ins Visier der Kriminellen.

Aufgrund der zunehmenden Nachfrage in Vietnam und China hat die Nashornwilderei in Afrika dramatische Ausmaße angenommen. Wilderer in Südafrika haben im vergangenen Jahr bei der Jagd auf die ohnehin vom Aussterben bedrohten Nashörner einen neuen traurigen Rekord aufgestellt.

Die Zahl der durch Wilderei getöteten Nashörner sei 2014 um 21 Prozent auf 1215 Exemplare gestiegen, teilte die südafrikanische Umweltministerin Edna Molewa mit. 2013 seien es noch 1004 Tiere gewesen. Grob hochgerechnet erbeuteten Wilderer also etwa 8000 Kilo Horn. Die Wilderei sei Teil eines „illegalen Handels weltweit“, kritisierte die Ministerin.

Mehr als zwei Drittel der 1215 getöteten Nashörner wurden aus dem Krüger-Nationalpark gemeldet. Um die bedrohte Tierart zu schützen, seien mehr als hundert Nashörner an sicherere Orte in Südafrika oder anderen Ländern gebracht worden, teilte Molewa mit. „Mit dieser Methode wollen wir Nashorn-Hochburgen schaffen, Gegenden, in denen Nashörner kostengünstig gezüchtet werden können“, fügte die Ministerin hinzu. Ein entsprechendes Programm war im vergangenen Jahr aufgelegt worden.

Während es derzeit noch etwa 20.000 Südliche Breitmaulnashörner gibt, ist die Lage ihrer nördlichen Verwandten bereits dramatisch schlecht. Im Dezember 2014 starb eines der letzten Tiere in einem amerikanischen Zoo, jetzt leben weltweit nur noch fünf Exemplare. Kurz zuvor war das letzte zeugungsfähige Männchen tot in einem Nationalpark aufgefunden worden. Für das Nördliche Breitmaulnashorn ist künstliche Befruchtung die letzte Hoffnung.

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