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In den Weltmeeren findet zurzeit eine globale Korallenbleiche statt

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Baku, 9. Oktober, AZERTAC

Erhöhte Wassertemperaturen setzen den Korallen weltweit zu: Aus farbenprächtigen Riffen wird eine blasse Ödnis. Die Fische bleiben fern, und auch der Mensch könnte die Folgen des Korallensterbens zu spüren bekommen.

Aus bunt wird blass: In den Weltmeeren findet zurzeit eine globale Korallenbleiche statt, berichtet die amerikanische Ozeanbehörde NOAA. Hohe Wassertemperaturen greifen die Riffe an, sodass sie ihre Farbe verlieren und die Korallen mit der Zeit absterben. Es sei die dritte globale Korallenbleiche seit Beginn der Aufzeichnungen.

Das Problem: Korallen brauchen Algen zum Überleben. Diese liefern ihnen Energie durch Fotosynthese und verleihen ihnen ihre Farbe. Wird das Meerwasser jedoch zu warm, wird aus der Symbiose eine Feindbeziehung. Die Algen produzieren dann vermehrt Giftstoffe. Um sich selbst zu schützen, stoßen die Korallen die Algen ab und verlieren damit neben ihrer Farbe auch ihre wichtigste Nahrungsquelle.

Laut NOAA begann die aktuelle Korallenbleiche vor gut einem Jahr im Nordpazifik und breitete sich 2015 auf den Südpazifik und den Indischen Ozean aus. Nun erreicht sie die US-amerikanischen Küsten und die Karibik, wo sich aktuell das Wasser aufwärmt. „Was uns wirklich besorgt, ist, dass dies schon seit über einem Jahr passiert, und unsere Modelle sagen voraus, dass es möglicherweise noch bis 2016 andauern wird“, sagt NOAA-Forscher Mark Eakin.

Nach etwa zwei Monaten sind die Korallen tot - Nach einer leichten Bleiche können sich die Nesseltiere wieder erholen. Bleiben Algen allerdings länger als ungefähr zwei Monate fern, sterben Korallen ab. Die Forscher befürchten, dass der starke El Niño im kommenden Jahr abermals die Temperaturen im Indischen Ozean und im südöstlichen Pazifik in die Höhe treibt - und damit den Korallen weiter zusetzt.

Sterben die Tiere massenhaft ab, könnten ganze Riffe zusammenbrechen, so die Befürchtung. Damit wäre ein wichtiger Schutzwall, der Stürme vor der Küste abbremst, in Gefahr. Außerdem schrumpft mit den sterbenden Korallen auch der Lebensraum vieler Fische.

„Wir müssen lokal handeln und global denken, um dieser Bleiche zu begegnen“, sagt Jennifer Koss von NOAA. Lokal würden die Korallen beispielsweise durch Verschmutzungen vom Land gefährdet oder durch umweltschädigende Fischereipraktiken. Um das Problem auf lange Sicht zu lösen, müsse der Klimawandel besser erforscht werden.

Die NOAA wertet die aktuelle Bleiche als dritte globale, die jemals beobachtet wurde. Die erste fand 1998 infolge eines starken El Niño statt, dem eine ebenso starke La-Niña-Phase folgte. Die zweite Bleiche ereignete sich 2010.

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