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Indien plant ein Mammutprojekt

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Baku, 11. November, AZERTAC

Indien plant ein Mammutprojekt: 37 Flüsse sollen miteinander verbunden werden - das Land erhofft sich wirtschaftliche Vorteile. Doch Tausende Bewohner und Tiere müssen umgesiedelt werden.

Das Dorf Dodhan inmitten von Indiens Tigerreservat Panna wird von einer Dürre heimgesucht. Dennoch soll die Gegend das wenige Wasser, das sie hat, bald abgeben. Die Zentralregierung will den Wasserlauf stauen und jedes Jahr 660 Millionen Kubikmeter in den Fluss Betwa im benachbarten Bundesstaat Uttar Pradesh umleiten.

Für das Projekt wird ein Drittel des Parks geflutet - dabei müssen 1600 Familien weichen, und die 32 Tiger des Reservats werden von anderen Schutzgebieten abgeschnitten. Das Projekt sei ein zukünftiges soziales und ökologisches Desaster. Im Dezember soll der Bau beginnen.

Noch fehlt für den Bau des Dammes und des 220 Kilometer langen Kanals die endgültige Genehmigung durch einen Ausschuss, der vom Obersten Gericht eingesetzt wurde. Die Regierung macht Druck.

Das Projekt in Panna ist der erste Teil eines gigantischen Programms zur Verbindung von 37 indischen Flüssen. Das mehr als 150 Milliarden Euro teure Vorhaben soll Indiens andauernde Probleme mit Fluten und Dürren in den verschiedenen Landesteilen lösen.

Die zuständige Behörde für Wasserentwicklung NWDA erklärt, durch die Dämme und Kanäle könnten Felder bewässert, Strom erzeugt sowie Häuser und Fabriken mit Wasser versorgt werden.

Was wird aus den Tigern? - Die Bewohner in Panna machen sich derzeit Sorgen um die wichtigste Einnahmequelle der verarmten Region: die Tiger. Durch den Stausee würden die Tiere des Reservats von benachbarten Tiger-Populationen getrennt. Die Raubkatzen müssen dann in andere Richtungen gehen, was zu Konflikten zwischen Mensch und Tier führen wird, und wohl auch zu mehr Wilderei.

In den Nullerjahren hatte der Nationalpark durch Wilderei schon einmal alle seine Tiger verloren. Umgerechnet mehr als neun Millionen Euro wurden ausgegeben, um die Tiere wieder in Panna heimisch zu machen. Menschen haben sich für dieses Projekt aufgeopfert.

Es wurde als riesiger Erfolg gefeiert. Aber die neue Regierung hat eine Agenda einführt, in der die wirtschaftliche Entwicklung den Tiger aussticht.

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