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Ison gibt Gas

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Baku, den 24. Juli (AZERTAG). Eine Reise Richtung Sonne ist für Urlauber ein echtes Vergnügen, für den Kometen Ison allerdings ein Härtetest. Der kosmische Vagabund muss beständig abspecken. Ein Nasa-Teleskop hat ihm dabei nun zugesehen.

Rund 1000 Tonnen Kohlendioxid, dazu gut 54 Tonnen Staub - so viel Material verliert der Komet Ison gerade bei seiner Reise durch unser Sonnensystem. Und zwar pro Tag. Das belegen die neuesten Bilder des Weltraumteleskops „Spitzer“. Bei der US-Weltraumbehörde Nasa schätzt man anhand der Aufnahmen, dass der Schweif des Kometen mittlerweile um die 300.000 Kilometer lang ist.

Die Bilder stammen nach Angaben der Nasa vom 13. Juni. Zu diesem Zeitpunkt war Ison noch etwa 502 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Der Komet fliegt derzeit auf unser Zentralgestirn zu, am 28. November soll er ihm extrem nahe kommen, bis auf ungefähr eine Million Kilometer. Je nachdem wie unbeschadet der Kern von Ison dieses Zusammentreffen übersteht, könnte er sich zu einem echten Schauspiel am Himmel entwickeln.

„Ison ist aufregend“, sagt James Green, Chefplanetenforscher der Nasa. „Wir glauben, dass Daten dieses Kometen bei der Erklärung helfen können, wie einst das Sonnensystem entstanden ist.“ Weil der Komet noch immer vergleichsweise weit entfernt ist, konnten Wissenschaftler sein Gewicht und seine Dichte bisher nur schwer bestimmen. Sie gehen davon aus, dass Ison einen Durchmesser von etwa 4,8 Kilometern hat.

Durch ferne Gasplaneten aus der Bahn gebracht - Als eine Art Schneeball besteht er aus Staub, Wasser und gefrorenen Gasen wie Stickstoff, Methan und Kohlendioxid. Für Forscher sind solche Kometen interessant, weil sie wie Zeitkapseln aus der Zeit der Entstehung des Sonnensystems vor 4,5 Milliarden funktionieren.

Ison zog - wie andere Kometen - vermutlich seit dieser Zeit seine Bahnen in der sogenannten Oortschen Wolke. Sie liegt in bis zu 1,6 Lichtjahren Entfernung im äußersten Bereich des Sonnensystems, weit jenseits der Planeten und der vom Sonnenwind durchströmten Heliosphäre. Trotz der großen Entfernung kann die Gravitationswirkung der großen Gasplaneten die Objekte in der Wolke so stören, dass Kometen wie Ison ins Innere des Sonnensystems abgelenkt werden.

Bei der Annäherung an die Sonne heizt sich der Komet langsam auf - deswegen verliert er auch beständig an Masse. Und wohl auch wegen dieser Emissionen wurde Ison im vergangenen September von Witalij Newski und Artjom Nowitschonok auf Aufnahmen des russisch geführten International Scientific Optical Network entdeckt.

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