GESELLSCHAFT


Japan tötet 30 Wale

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Baku, den 18. Juni (AZERTAG). Erstmals seit dem Fangverbot für die Antarktis haben Japans Fischer wieder Wale getötet. 30 Exemplare seien erlegt worden, teilten Behörden mit - diesmal im Nordwestpazifik. Auch im Südpolarmeer soll die Jagd wieder aufgenommen werden.

Erst vor drei Monaten hat der Internationale Gerichtshof (IGH) Japan den Walfang in der Antarktis zu wissenschaftlichen Zwecken verboten. Nun hat das Land wieder Meeressäuger getötet. Die japanische Walfangflotte habe im Nordwestpazifik 30 Zwergwale erlegt, teilte die japanische Fischereibehörde am Dienstag mit. Der Fang umfasse 16 männliche und 14 weibliche Tiere mit einer durchschnittlichen Länge von etwa sechs Metern.

Es war die erste Waljagd seit dem Urteil des IGH im März. Damals hatte das Gericht einer Klage Australiens stattgegeben. Japan behauptet seit jeher, Walfang aus wissenschaftlichen Gründen zu betreiben. Gleichzeitig macht es keinen Hehl daraus, dass das Fleisch der Tiere vermarktet wird. Der IGH urteilte, dass bei dem Antarktis-Programm „eher finanzielle Überlegungen als rein wissenschaftliche Kriterien“ eine Rolle gespielt hätten. Das Urteil betraf nur die Antarktis, nicht aber den Walfang im Nordwestpazifik und in japanischen Küstengewässern.

Dass Japan weiterhin Wale fängt, ist keine Überraschung. Erst am 9. Juni hatte Ministerpräsident Shinzo Abe angekündigt, für eine Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs zu sorgen - auch in der Antarktis. Er bedauere, dass der Genuss von Walfleisch international nicht als Teil der japanischen Kultur anerkannt werde, sagte er vor einem Parlamentsausschuss.

Der Internationalen Walfangkommission (IWC) will Tokio bis Herbst ein neues Forschungsprogramm vorlegen. Laut Fischereiministerium wurde der Walfang in der Antarktis in der Saison 2014/2015 ausgesetzt.

Die IWC hatte 1986 den kommerziellen Walfang verboten. Japan setzte jedoch mit Hilfe des juristischen Schlupflochs der wissenschaftlichen Erforschung die Jagd fort. Neben Japan bekennen sich auch Norwegen und Island zur Jagd auf die Meeressäuger. Anders als Japan betreiben sie ungeachtet des Moratoriums offen kommerziellen Walfang.

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