WIRTSCHAFT


Japanischer Konzern will den britischen Chipdesigner ARM übernehmen

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Baku, 18. Juli, AZERTAC

Die Technologie des Chipdesigners ARM steckt in fast jedem Smartphone. Jetzt will der japanische Telekom-Konzern Softbank die britische Firma übernehmen. Der Kurssturz des Pfunds hat den Preis gedrückt.

Der japanische Telekommunikations-Anbieter Softbank will den britischen Chipdesigner ARM übernehmen. Das teilten beide Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung mit. Der Kaufpreis liegt demnach bei 24,3 Milliarden Pfund, also rund 29 Milliarden Euro. Zuvor hatten bereits mehrere Medien über die geplante Übernahme berichtet.

Es wäre die erste Riesen-Übernahme einer britischen Firma seit dem Brexit-Referendum. Der Kurs des Pfunds war nach dem Votum zum Austritt aus der EU stark gefallen. Entsprechend sank auch der Wert der Konzerne in Dollar, oder Euro gerechnet. Auch im Vergleich zum japanischen Yen ist das Pfund mittlerweile rund 30 Prozent weniger wert als noch vor einem Jahr.

Die Technologie von ARM steckt fast in allen Smartphones und Tablets. Das Unternehmen stellt die Prozessoren nicht selbst her, sondern entwirft nur die Chip-Architektur, auf die dann Lizenzen verkauft werden. Prozessoren auf Basis der ARM-Technologie arbeiten sehr stromsparend. Das hat ihnen den Platz in den weitaus meisten Smartphones und Tablets gesichert.

Dem Chip-Riesen Intel, der das Geschäft mit Prozessoren für PCs dominiert, gelang es nie, die Vormachtstellung von ARM bei den mobilen Geräten zu brechen. Es gab nur sehr wenige Smartphones mit Intel-Chips, nur bei Tablets konnte sich der US-Konzern eine kleine Nische sichern.

Apple zum Beispiel entwirft seit Jahren eigene Chips für seine iPhones und iPads - sie basieren aber auch auf ARM-Technologie. Zudem wird spekuliert, der Konzern könne auch seine Mac-Computer von den heute eingesetzten Intel-Prozessoren auf ARM-Architektur umstellen.

ARM kündigte jüngst neue Prozessoren-Entwürfe unter anderem für kleine vernetzte Technik im sogenannten Internet der Dinge an. Das könnte für Softbank besonders interessant sein: Telekom-Firmen weltweit versuchen, sich als Dienstleister für vernetzte Geräte aller Art neu zu erfinden. Analyst Patrick Moorhead von Moor Insights & Strategy rechnet zugleich damit, dass Softbank versuchen könnte, die Lizenzgebühren quer durch die Bank zu erhöhen. Der japanischen Firma gehört auch der US-Telekommunikationsanbieter Sprint, der im harten Wettbewerb viel Geld verschlingt.

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