WELT


Japans Regierungschef reist nach Washington

Baku, 8. Februar, AZERTAC 

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe bereitet sich auf seine Reise nach Washington am Freitag vor. Allerlei Mitbringsel sollen dazu beitragen, den neuen US-Präsidenten milde zu stimmen. Investitionszusagen der großen japanischen Konzerne und von Fonds-Gesellschaften, die Milliarden von Dollar in die öffentliche Infrastruktur der USA investieren wollen.

Doch mit den Zusagen allein ist es nicht getan. Wie die "Financial Times" berichtet, sorgt sich die Administration von Abe, dass die Beschreibungen der einzelnen Projekte womöglich zu ausschweifend und kompliziert ausfallen und den Präsidenten schnell langweilen könnten. Deswegen sollen die beteiligten Unternehmen ihren Ausführungen neben der "executive summary" auch eine Art "Trump summary" voranstellen. Will heißen: 140 Zeichen müssen genügen - das ist die Länge eines Tweets. Alles soll passen, damit die Stimmung ja gut bleibt.

Abes Reise in die USA soll dazu beitragen, die Beziehungen wieder zu festigen und Missverständnisse der vergangenen Wochen auszuräumen. So stellt sich etwa die Frage, wie es nach dem Ausstieg der USA aus dem Freihandelsabkommen TPP weitergehen soll oder wie die Kosten der in Japan stationierten amerikanischen Streitkräfte künftig verteilt werden. Auch steht immer noch der Vorwurf von Trump im Raum, Japan verschaffe seinen Konzernen durch Währungsmanipulationen ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile.

Wie groß der Druck für Abe ist, lässt sich auch am Umfang des "Präsentkorbes" ablesen, den der japanische Ministerpräsident im Gepäck hat. Es gehe um Investitionen im Wert von rund 400 Milliarden Dollar, schreibt die "FT". Direkt und indirekt stünden damit 1,7 Millionen Jobs in Zusammenhang. "Wir wollen unseren Beitrag zur Steigerung der US-Exporte leisten, und wir wollen, dass Mr. Trump davon erfährt", zitiert die Zeitung Abe.

Nach den Gesprächen in Washington am Freitag steht für den Japaner am Samstag eine weitere Prüfung auf dem Programm: eine Golf-Runde mit Trump auf dessen Haus-Platz Mar-a-Lago.

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