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Kim lässt Familienvereinigungen mit Südkorea platzen

Baku, den 21. September (AZERTAG). Es wäre ein Zeichen der Entspannung nach drei Jahren Stillstand gewesen. Doch jetzt sagt Nordkoreas Regime unter Kim Jong Un die geplanten Familienzusammenführungen mit Südkorea ab. Die Stimmung ist vergiftet.

Mit den zarten Annäherungen zwischen Süd- und Nordkorea der vergangenen Monate ist es schlagartig wieder vorbei. Der Norden sagte am Samstag die geplante erste Zusammenführung von Familien seit fast drei Jahren unvermittelt ab. Das Regime von Kim Jong Un warf dem Nachbarn vor, den Dialog zwischen beiden Ländern zu vergiften.

„Wir verschieben das anstehende Wiedersehen getrennter Familien, bis eine normale Atmosphäre für Gespräche und Verhandlungen geschaffen ist“, zitierte die Nachrichtenagentur KCNA ein für die Beziehungen zum Süden zuständiges Regierungskomitee. Solange Südkorea die innerkoreanischen Beziehungen mit „Feindseligkeit und Beschimpfungen“ behandle, könnten humanitäre Fragen wie die Familienvereinigungen nicht geklärt werden. Von der Regierung Südkoreas gab es zunächst keine Reaktion.

Der Norden kritisierte vor allem gemeinsame Militärübungen des Südens mit den USA. Das südkoreanische Parlament hatte außerdem Anfang September der Festnahme eines linksgerichteten Abgeordneten wegen mutmaßlicher Anstachelung zum Aufruhr im Interesse Nordkoreas zugestimmt.

Yang Moo Jin von der Universität für Nordkorea-Studien sieht in der Absage aus Nordkorea ein Druckmittel, um den Süden zur Wiederaufnahme von Touren nach Kumgang zu bewegen. Die Regierung in Seoul hatte die Touren in die bergige Region - eine wichtige Einnahmequelle für den Norden -, im Jahr 2008 gestoppt. Damals hatte ein nordkoreanischer Soldat einen südkoreanischen Touristen erschossen, der sich in ein abgesperrtes Gebiet verirrt hatte. Die Regierung in Seoul fordert eine offizielle Entschuldigung für den Vorfall.

Auf die Wiederaufnahme der Zusammenführungen hatten sich Nordkorea und Südkorea Ende August geeinigt. Die Familien sollten sich zwischen dem 25. und dem 30. September im Feriengebiet Kumgang in Nordkorea treffen. Das Programm aus dem Jahr 2000, in dessen Rahmen bislang Tausende Menschen kurzzeitig ihre Verwandten besuchen konnten, sollte nach dreijähriger Pause wieder aufgenommen werden.

Derzeit stehen etwa 72.000 Südkoreaner auf einer offiziellen Warteliste und hoffen, ihre Familienmitglieder im Norden besuchen zu dürfen. Die Hälfte von ihnen ist bereits älter als 80 Jahre. Zuletzt hatte es im Jahr 2010 Familienzusammenführungen gegeben. Unter Aufsicht des Roten Kreuzes trafen sich Verwandte, die seit dem Koreakrieg der Jahre 1950 bis 1953 auf verschiedenen Seiten der innerkoreanischen Grenze lebten. Die beiden koreanischen Staaten befinden sich de facto noch immer im Kriegszustand. 

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