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Klimagipfel in Paris: Behörden raten Bewohnern, zu Hause zu bleiben

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Paris, 30. November, AZERTAC

Polit-Promis aus aller Welt und mehr als 40.000 Teilnehmer erwartet Paris zum Auftakt des Weltklimagipfels. Zwei Wochen nach den Attentaten wurden die Sicherheitsvorkehrungen drastisch verschärft - Behörden raten Bewohnern, zu Hause zu bleiben.

Paris wird ein Klimagipfel der Superlative - nicht nur was die Ambitionen angeht: 195 Länder, 147 Staats- und Regierungschefs, 130 NGOs und Umweltinitiativen, dazu Vorzeigeunternehmen der Öko-Branche, eine Legion von diplomatischen Unterhändlern, Delegierten und angereisten Journalisten - vom kommenden Montag an verwandelt sich das Ausstellungsgelände von Le Bourget in ein Heerlager mit über 40.000 Teilnehmern.

Die Anwesenheit so vieler Politpromis knapp zehn Kilometer vor den Toren der Metropole ist auch für das Konferenz-erprobte Paris eine Herausforderung. Zwei Wochen nach den Anschlägen von Paris sind die meisten Kundgebungen gestrichen. Weiterhin stattfinden werden symbolische Aktionen ohne große Ansammlung von Demonstranten - der Eiffelturm etwa wird im Rahmen des Kunstprojektes "One Heart, One Tree" in einen "virtuellen Wald" verwandelt.

Paris ist seit den Attentaten im Ausnahmezustand: In den Bahnhöfen, um den Eiffelturm oder an der Place de la Concorde patrouilliern Militärs, die Mannschaftswagen der Bereitschaftspolizei stehen rund um die Nationalversammlung, in der Nähe von Ministerien und am Élysée. Zum Auftakt des Klimagipfels werden diese Sicherheitsvorkehrungen noch einmal drakonisch verschärft. Vor Ort sind die "Blauen Garden" der Uno im Einsatz, draußen patrouillieren 2800 Mann Polizei und Gendarmen.

Im Zentrum des acht Hektar großen Geländes wurde ein Verkehrs- und Lagezentrum aufgebaut, an dem Beamte vor Batterien von Überwachungskameras die Zugänge zum Konferenzort überwachen. Für den reibungslosen Verkehr zwischen den Botschaften und Hotels im Zentrum der Hauptstadt und Le Bourget sind zusätzlich 6300 Sicherheitskräfte mobilisiert.

Mit der Anreise der ersten Klimagäste am Sonntag wird die Autobahn A1 zwischen dem Flughafen Roissy-Charles de Gaulle gesperrt, auch auf der A6 zwischen Orly und der Innenstadt ist der Autoverkehr bis einschließlich Montag untersagt. Zudem sind weite Teile der Pariser Ringautobahn abgeriegelt, sowie die Nordsüdachsen innerhalb der Metropole sowie die Schnellstraße entlang der Seine.

Es droht ein Chaos, wie sonst nur während den Totalstreiks der Verkehrsbetriebe. "Wir raten den Pariser Bürgern und den Anwohnern der Region Ile-de-France auf Autofahrten zu verzichten", empfehlen Innenministerium wie Stadtverwaltung. Zwar sind Metro, S-Bahn und Lokalzüge zwei Tage lang kostenlos, selbst die Leihfahrräder "Vélib'" stehen gratis zur Verfügung.

Dennoch könnte zum Auftakt der Arbeitswoche die Region in einem gigantischen Verkehrskollaps versinken, befürchten Lokalpolitiker. "Das wird ein schwarzer Tag", orakelt Vincent Capo-Canellas, Bürgermeister von Le Bourget und damit direkt betroffen von dem Mega-Ereignis.

Die Polizeipräfektur von Paris rät daher "möglichst ganz auf die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu verzichten." Und der Chef der Behörde, Michel Cadot, empfiehlt den Anwohnern der Region Ile-de-France zu Hause zu bleiben. "Am besten Sie unterlassen jede Form der Fortbewegung und arbeiten von daheim aus", so der Präfekt, "oder machen Sie einen Tag Urlaub."

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