WISSENSCHAFT & TECHNOLOGIE


Kühlpumpen im AKW Fukushima versehentlich abgeschaltet

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Baku, den 7. Oktober (AZERTAG). Am havarierten AKW Fukushima sind mehrere Kühlpumpen ausgefallen - ein Arbeiter hatte sie aus Versehen abgeschaltet. Die erneute Panne bestärkt die Zweifel, dass die Betreiberfirma Tepco die gefährliche Lage allein in den Griff bekommen kann.

Ein Arbeiter im Katastrophen-AKW Fukushima hat nach Angaben der japanischen Atomaufsicht aus Versehen einige Kühlwasserpumpen der havarierten Reaktoren abgeschaltet. Die Panne sei bei einer Inspektion des Kühlwasserkreislaufs passiert, teilte die Behörde am Montag mit.

Fukushima-Betreiber Tepco erklärte, nach dem Stromausfall sei sofort ein Notsystem angesprungen, die Kühlung laufe wieder. Die Mitarbeiter des Energiekonzerns pumpen täglich Hunderte Tonnen Wasser in die Reaktoren, in denen es im März 2011 nach einem Erdbeben und einem Tsunami zur Atomkatastrophe gekommen war. Tepco steht wegen seines Krisenmanagements und einer anhaltenden Pannenserie in der Kritik.

Erst am Freitag waren Probleme mit dem Filtersystem bekannt geworden. Zuvor hatte Tepco erneut ein Leck in der Anlage gemeldet, aus dem hochradioaktives Wasser strömt. Die Lage ist derart unübersichtlich, dass auch die japanische Atomaufsichtsbehörde (Nisa) den Betreiberkonzern scharf kritisierte. Tepcos Fähigkeit, die Lage vor Ort zu kontrollieren, habe sich deutlich verschlechtert, sagte Katsuhiko Ikeda von der Nisa.

Angesichts dieser Vorfälle und weiterer Pannen schickt die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) ein Expertenteam nach Fukushima. Am Sonntag hatte Japans Premierminister Shinzo Abe erstmals andere Staaten um Hilfe bei der Bewältigung der chaotischen Zustände im AKW Fukushima gebeten: „Mein Land braucht Ihr Wissen und Ihre Expertise.“ Ob die Lage in dem AKW unter Kontrolle ist, ließ er offen.

Das japanische Wirtschaftsministerium hat nun eine Ausschreibung gestartet: Private Firmen und Gruppen können Vorschläge einreichen, wie man das Problem mit den hochradioaktiven Wassermassen lösen könnte. Nachzulesen war die Ausschreibung zunächst nur auf Japanisch. Erst nachdem Kritiker bemängelt hatten, dass man fremde Hilfe dadurch ausschließe, erschien die Ausschreibung auch auf Englisch.

Die Einsicht, dass Tepco allein nicht mehr zurechtkommt, hat bereits zu ersten Konsequenzen geführt: Vor kurzem gründete die Regierung ein Komitee aus Nuklearexperten und Vertretern von Versorgungsunternehmen, um die Stilllegung des AKW Fukushima zu erörtern. Mit dabei sind auch Berater aus Frankreich, Großbritannien und Russland.

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