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Masernimpfung schützt auch vor anderen Krankheiten

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Baku, 8. Mai, AZERTAC 

Eine Maserninfektion schwächt das Immunsystem und macht es angreifbar für weitere Erreger. Wer sich gegen die Viren impfen lässt, schützt sich daher indirekt auch vor anderen Krankheitskeimen.

Die Masernimpfung schützt wahrscheinlich indirekt auch jahrelang vor anderen Erkrankungen. Darauf weist der Vergleich von Daten zur Kindersterblichkeit vor und nach Einführung der Impfung hin, wie Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten. Das Masernvirus schwächt das Immunsystem demnach auch noch lange nach einer durchgemachten Erkrankung - und macht die Betroffenen so anfälliger für andere Infektionen.

Die Einführung der Masernimpfung vor rund 50 Jahren hatte zu einer Abnahme der Kindersterblichkeit geführt. Der Effekt war größer als zuvor erwartet, mit der Verhinderung von Maserninfektionen allein ließ sich dies nicht erklären.

Verlust von Gedächtniszellen - Wer sich mit Masernviren infiziert, dessen Immunsystem wird langfristig geschwächt und damit anfälliger für andere Infektionskrankheiten. Eine mögliche Ursache ist, dass eine Auseinandersetzung des Immunsystems mit Masernviren zu einem Verlust von sogenannten Gedächtniszellen führt. Diese spielen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitskeimen. Zwar werden die Zellen vom Immunsystem relativ schnell wieder hergestellt. Doch die neuen Gedächtniszellen haben nicht dieselben Fähigkeiten wie die alten und können Erreger daher mitunter weniger effektiv bekämpfen.

Die Forscher um Michael Mina von der US-Universität Princeton prüften in ihrer Untersuchung, ob und wie lange sich dieser Effekt in der Bevölkerung nachweisen lässt. Dafür analysierten sie Gesundheitsdaten aus England, Wales, Dänemark und den USA vor und nach der Einführung der Masernimpfung. Die Auswertung ergab, dass die Sterblichkeit durch andere Infektionen eng an das Vorkommen von Masern gekoppelt war - und zwar über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren nach einer Masernerkrankung.

Die Masernimpfung führe also nicht nur zu einer Herdenimmunität gegenüber diesem Virus, sondern auch gegenüber anderen Keimen, schlussfolgern die Forscher. Von Herdenimmunität spricht man, wenn sich eine Krankheit in der Bevölkerung nicht ausbreiten kann, weil sehr viele Menschen gegen den Erreger immun sind, etwa aufgrund einer breit eingeführten Impfung.

Ansteckung durch Tröpfchen - Masernviren sind weltweit verbreitet und extrem ansteckend. Neun von zehn Menschen infizieren sich, wenn sie infektiöse Tröpfchen von hustenden oder niesenden Kranken einatmen. Ungefähr zehn Tage später beginnt die Krankheit mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Husten, Schnupfen oder auch einer Bindehautentzündung. Dann erscheinen die typischen rot-braunen Hautflecken. In der Regel klingen die Symptome nach einer bis anderthalb Wochen ab. Es kann aber auch zu Komplikationen wie Lungenentzündung, Durchfall oder der besonders gefürchteten Gehirnentzündung kommen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich zum Ziel gesetzt, die Masern bis spätestens zum Jahr 2020 weltweit zu eliminieren. Dafür ist in der Bevölkerung eine Immunität von mindestens 95 Prozent der Menschen in allen Altersgruppen nötig. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin gibt es dabei in Deutschland seit Jahren kaum Fortschritte. Immer wieder komme es regional zu größeren Ausbrüchen, zuletzt in der Hauptstadt.

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