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„Maybe“-Kampagne

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Baku, den 18. Oktober (AZERTAG). Philip Morris will sich mit dem Verbot der umstrittenen Werbung für seine Zigarettenmarke Marlboro nicht abfinden. Der Konzern klagt gegen den Bescheid des Landratsamts München - und bemüht das Standard-Argument der Tabakindustrie in Bezug auf Reklame für Glimmstängel.

Philip Morris wehrt sich juristisch gegen das Verbot der „Maybe“-Kampagne für seine Zigarettenmarke Marlboro. Das Landratsamt München hatte am Mittwoch vergangener Woche ein bundesweites Verbot für die bereits seit längerem umstrittene Werbung erlassen. Die 2011 gestartete Kampagne sei besonders geeignet, Jugendliche oder Heranwachsende zum Rauchen zu veranlassen, so die Behörde. Das Verbot gelte für Plakate, Flyer, Kino- und andere Werbung.

Das will Philip Morris nicht einfach hinnehmen. Der Zigarettenkonzern hat am Donnerstag eigenen Angaben zufolge beim Verwaltungsgericht München Klage eingereicht. Das Verbot entbehre jeder Grundlage, die Kampagne halte alle gesetzlichen Vorschriften ein, sagte eine Sprecherin des Konzerns. Außerdem habe Philip Morris freiwillig jedes einzelne Motiv vor dem Einsatz der Wettbewerbszentrale zur Prüfung vorgelegt.

Sodann wiederholte die Sprecherin das altbekannte Argument der Tabakindustrie im Kampf gegen das Werbeverbot. Die Kampagne solle erwachsene Marlboro-Raucher in ihrer Wahl bestärken und Raucher von Konkurrenzmarken abwerben. Implizit heißt das, dass die Werbung überhaupt nicht auf Jugendliche abzielt.

Allerdings gilt die Kampagne als gerade bei jungen Leuten erfolgreich. Tatsächlich bedient sie den besonders bei Jugendlichen stark ausgeprägten Drang, kein Langweiler sein zu wollen. Ohne einen Glimmstängel von Marlboro sei man nur ein „Maybe“, ein Zauderer, suggerieren die Motive. Eines zeigt etwa einen coolen Typen mit Gitarre, ein anderes eine lachende junge Frau, deren Haar im Fahrtwind weht. Dazu Slogans wie “Maybe never wrote a song” oder “Maybe never feels free”.

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