GESELLSCHAFT


Mediziner können Ebola-Epidemie nicht stoppen

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Baku, den 1. April (AZERTAG). Immer mehr Tote, immer mehr Verdachtsfälle: Die Seuche Ebola breitet sich in Westafrika immer weiter aus. Vor allem Guinea ist betroffen. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen warnt: Eine derart großflächige Verbreitung des tödlichen Virus ist äußerst selten.

Nach dem Ebola-Ausbruch im westafrikanischen Guinea ist die Zahl der Opfer weiter gestiegen. Bis Montag seien 78 Menschen in dem Land an der Seuche gestorben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Zudem gebe es 122 Verdachtsfälle. Die meisten stammen aus dem Südosten. Aber auch in der Hauptstadt Conakry sind nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen acht Fälle bestätigt. Eine solche Verbreitung habe man bislang noch nicht erlebt, hieß es.

„Ärzte ohne Grenzen war bei fast allen Ebola-Epidemien der vergangenen Jahre im Einsatz, aber diese waren jeweils örtlich sehr begrenzt und betrafen eher abgelegene Orte“, sagte Mariano Lugli, Koordinator des Ärzte-ohne-Grenzen-Projekts in Conakry. „Dass die jetzigen Fälle so weit über das Land verstreut sind, erschwert die Bemühungen, die Epidemie einzudämmen.“

Auch das südliche Nachbarland Liberia ist betroffen. Fünf Menschen starben bereits in der vergangenen Woche an den Symptomen, vor allem in Regionen, die direkt an Guinea grenzen. Zudem gibt es mehrere Verdachtsfälle. Tests in Frankreich hätten ergeben, dass mindestens zwei der Patienten Ebola hatten, so die Behörden in Monrovia.

Ärzte ohne Grenzen will seine Teams in der Region weiter verstärken. Bis Ende der Woche sollen etwa 60 Mitarbeiter vor Ort sein, die Erfahrung bei der Bekämpfung von hämorrhagischem Fieber haben. Außerdem wurden bereits mehr als 40 Tonnen Ausrüstung per Flugzeug nach Guinea geschickt. „In Guinea haben wir es mit dem Zaire-Stamm des Ebola-Virus zu tun. Dabei handelt es sich um den aggressivsten und tödlichsten. Neun von zehn Infizierten sterben“, betonte Michel Van Herp, ein Epidemiologe der Organisation.

Der Senegal hatte bereits am Samstag seine Landgrenzen zu Guinea geschlossen, aus Angst, dass noch mehr Menschen an dem Virus erkranken könnten. Eine Ausbreitung der Ebola-Epidemie nach Europa ist nach Expertenmeinung nicht zu befürchten. „Die Chance ist aus meiner Sicht sehr, sehr gering“, sagte Jakob Cramer, Tropenmediziner und Leiter der Ambulanz des Bernhard-Nocht-Instituts in Hamburg. „In Deutschland hat es noch nie einen Fall gegeben.“ Er gehe auch diesmal davon aus, dass es so bleibt.

Ebola ist eine der gefährlichsten Krankheiten weltweit. Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. Die Krankheit ist sehr ansteckend und endet meist tödlich. Bisher gibt es weder eine vorbeugende Impfung noch eine Therapie.

 

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