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Mindestgewicht der Formel-1-Boliden für 2018 wird von 728 auf 733 Kilogramm steigen

Baku, 27. Juli, AZERTAC

Formel-1-Saison quasi im Alleingang durchzuboxen, sorgte FIA-Präsident Jean Todt in der vergangenen Woche für reichlich Unmut. Von den Teams soll sich allein Ferrari für eine Einführung ausgesprochen haben. Weil die FIA in sicherheitsrelevanten Fragen jedoch ein Sonderrecht besitzt, konnte Todt Halo trotz mehrheitlicher Ablehnung aber dennoch durchdrücken.

Dabei stand das System zu Beginn der Saison noch auf dem Abstellgleis. Alle Hoffnungen ruhten auf dem Shield, der bei einem Test an Sebastian Vettels Boliden in Silverstone jedoch krachend durchfiel. Da eine hinreichende Weiterentwicklung bis 2018 unmöglich schien, müssen sich die Teams nun mit Halo arrangieren. Doch auch hier gibt es noch viele unbekannte Variablen. Bisher steht zum Beispiel nicht fest, wer Halo produzieren wird.

Wie "Auto motor sport" berichtet, soll es einen Ausrüster geben, den die FIA bestimmt. Die Teams selbst werden es also nicht sein. Der Weltverband betonte in einer jüngsten Stellungnahme aber: "Das Design des Halo wird vor seiner Einführung im Jahre 2018 in gemeinsamer Arbeit zwischen den Teams, den Fahrern und der FIA weiter verfeinert." Die bis dato getesteten Cockpit-Aufsätze durchliefen bereits verschiedene Versionen.

Ausstiegszeit aus Cockpit vergrößert sich - So verbreiterte man den Ring der zweiten Version im Vergleich zur ursprünglichen Variante, damit sich der Pilot bei einem Unfall nicht daran stößt. Der dritte Prototyp, der noch einmal zwei Zentimeter weiter nach vorn versetzt und zudem gepolstert werden sollte, kam nie zum Einsatz. Mit Halo 4 soll im nächsten Jahr gefahren werden. Laut 'Auto motor sport' sind nur Retuschen vorgesehen. Teams dürfen den Ring auf dessen Oberseite verkleiden.

Mit ihm wird dem Bericht zufolge das Mindestgewicht der Formel-1-Boliden für 2018 von 728 auf 733 Kilogramm steigen. Dass es sich nur um fünf Kilogramm erhöht, ist der Tatsache geschuldet, dass man bei den aktuellen Richtwerten bereits von einer Halo-Einführung für die Saison 2017 ausging und den Cockpitschutz folglich einkalkulierte. Dennoch dürfte die nochmalige Zunahme vor allem schweren Fahrern nicht gefallen.

Doch Halo dreht nicht nur an der Gewichtsschraube. Auch der Richtwert für das Aussteigen aus dem Cockpit ändert sich. Mussten die Piloten ihr Auto bisher innerhalb von fünf Sekunden verlassen können, wird sich diese Zahl erhöhen. Dabei ist von einem Wert zwischen acht und zehn Sekunden auszugehen, der sich an den Halo-Tests des Vorjahres orientiert. Zudem werden zusätzliche Belastungstests mit Halo verpflichtend.

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