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Musikdienst leiht sich rund eine Milliarde Dollar

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Baku, 30. März, AZERTAC

Musikdienste sind bei Nutzern beliebt - entsprechend umkämpft ist der Markt. Um sich gegen Apple Music zu wappnen, leiht sich Spotify nun erneut Geld.

Spotify füllt die Kassen. Der Musikdienst leiht sich Medienberichten zufolge rund eine Milliarde Dollar. Damit soll die Position der Schweden im Konkurrenzkampf mit Apple Music gestärkt werden. Das Geld werde dem Marktführer bei Streaming-Diensten vor allem von Finanzinvestoren zur Verfügung bestellt, berichten das "Wall Street Journal" und die "New York Times".

Der Deal ist ungewöhnlich, da verlustreiche Unternehmen wie Spotify sich normalerweise kein Geld leihen, sondern Anteile verkaufen. Diese können sich die Investoren dann im Falle eines Börsengangs versilbern lassen. Mit dem Deal wird dem "Wall Street Journal" zufolge allerdings zugleich eine Art Countdown zum Börsengang von Spotify gestartet.

Sollte der Musikdienst aus Schweden im kommenden Jahr an die Börse gehen, bekämen die Geldgeber die Aktien ein Fünftel billiger, schrieb die Zeitung. Nach einem Jahr werde der Rabatt alle sechs Monate um 2,5 Prozentpunkte steigen. Die Zinsen sollen zunächst bei fünf Prozent liegen - und später ebenfalls jedes halbe Jahr um einen Prozentpunkt steigen. Die Obergrenze solle hier bei zehn Prozent liegen.

Ein Großteil des Geldes kommt von den Finanzinvestoren TPG und Dragoneer, sie stellen demnach 750 Millionen Dollar zur Verfügung. Der Rest komme von Kunden der Bank Goldman Sachs, die den Deal organisierte. Sie könnten zudem ihre Aktien schon 90 Tage nach einem Börsengang verkaufen statt der Frist von 180 Tagen, die für Mitarbeiter und andere frühe Anteilseigner gelten solle, hieß es.

Bei Streaming-Angeboten wird die Musik direkt aus dem Netz abgespielt. Sie sind zunehmend beliebter, während CD-Verkäufe und Kauf-Downloads weltweit auf dem Rückzug sind. Deshalb ist der Markt umkämpft. Vor einem halben Jahr startete Apple seinen Streaming-Dienst Apple Music. Etablierte Streaming-Rivalen wie Deezer und Napster haben ebenfalls mehrere Millionen Nutzer, zudem kommen immer neue Angebote auf den Markt.

Noch hat allerdings Spotify die Nase vorne. Nach eigenen Angaben zahlen derzeit 30 Millionen Kunden für das Abo. Aktuelle Zahlen zu Nutzern des kostenlosen Angebots liegen nicht vor, im vergangenen Sommer waren es 75 Millionen. Apple kam nach jüngsten Angaben von Anfang des Jahres auf elf Millionen zahlende Abo-Kunden. Der Dienst des Konzerns hat im Gegensatz zu Spotify keine werbefinanzierte Gratis-Variante.

Laut Medienberichten schreibt das Unternehmen nach wie vor hohe Verluste. Bei der vergangenen Finanzierungsrunde mit dem Verkauf von Anteilen im Juni 2015 wurde die Firma aus Stockholm insgesamt mit über acht Milliarden Dollar bewertet. Damals sollen gut 500 Millionen Dollar in die Spotify-Kassen geflossen sein.

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