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Nasa erste Schichtaufnahme der Planeten-Atmosphäre veröffentlicht

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Baku, 20. Oktober, AZERTAC

Eigentlich sollte "Juno" ganz dicht ran an den Jupiter. Doch dann trat ein bisher unbekanntes Problem auf. Nun befindet sich der Satellit im Sicherheitsmodus und hat etliche Messinstrumente runtergefahren.

Die Jupitersonde "Juno" ist in der Nähe des größten Planeten unseres Sonnensystems im abgesicherten Modus unterwegs. Die Panne bei dem Satelliten sei in Folge eines bisher unbekannten Problems aufgetreten, teilte die Nasa mit - knapp 13 Stunden vor einem geplanten Kurswechsel.

Der sollte den Orbiter eigentlich in eine neue Umlaufbahn näher an den mächtigen Planeten führen - um etwa seine gigantischen Magnetfelder zu messen.

Doch nach dem Problem sei der Hauptcomputer an Bord runtergefahren worden, deshalb hätten einige Messinstrumente nicht mehr arbeiten können - darunter auch die Kamera. Das geschieht bei Störfällen automatisch, "Juno" geht in einen Sicherheitsmodus, der die Leistung reduziert. Bereits nach dem Zwischenfall sei der Bordcomputer neu gestartet worden.

"Juno" kann im Augenblick zwar mit der Erde kommunizieren, aber die Aktivitäten der Sonde sind eingeschränkt, bis das Problem erkannt und behoben worden ist. Die Nasa beschrieb die Sonde aber als "gesund".

"Schlimmstenfalls müssen wir mehr Geduld aufbringen" - "Es ist zu früh, um über eine Ursache zu spekulieren", sagt Scott Bolton vom Southwest Research Institute in San Antonio, Texas, der das Forscherteam leitet. "Aber der intensive Strahlungsgürtel, der den Jupiter umgibt, ist nicht der Grund." Davon sei die Sonde weit genug entfernt gewesen. "Schlimmstenfalls müssen wir mehr Geduld aufbringen und können erst später mit unserer Forschungsarbeit beginnen", sagte er.

Der nächste Termin für einen nahen Vorbeiflug ist eigentlich der 11. Dezember. Möglicherweise rückt diese Mission nun weiter nach hinten.

Bereits in der vergangenen Woche hatte es einen Systemneustart gegeben. Der Satellit hatte dabei seine Bremsraketen gezündet. Allerdings würden die Probleme nichts miteinander zu tun haben, so die Nasa.

"Juno" hatte im Juli die Umlaufbahn des Jupiter erreicht. Gestern hatte die Nasa eine erste Schichtaufnahme der Planeten-Atmosphäre veröffentlicht.

Bild auf Twitter anzeigen - Die rund 3500 Kilogramm schwere Sonde hat 2800 Millionen Kilometer zurückgelegt, sie war vor fast fünf Jahren vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet.

Von der rund eine Milliarde Euro teuren Mission erhoffen sich die Forscher Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems. In den kommenden Monaten soll "Juno" den Jupiter umkreisen und ihn mit zahlreichen wissenschaftlichen Instrumenten untersuchen. Die Messgeräte sollen unter anderem Polarlichter studieren, das Magnetfeld vermessen, die Anteile von Ammoniak und Wasser in der Atmosphäre bestimmen - und Jupiters Wolken im Detail fotografieren. Im Februar 2018 will die Nasa die hauptsächlich solarbetriebene Sonde kontrolliert zum Absturz bringen.

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